Streit ums Grundwasser - Lüneburger gegen Coca-Cola

Von ZDFheute Nachrichten
Veröffentlicht am 12.05.2021


unter diesem betondeckel liegt ein
profitables geschäft
der getränkekonzern coca cola will im
landkreis lüneburg viele millionen liter
wasser fördern
in plastik flaschen abfüllen und unter
der marke bio teuer verkaufen doch
darüber gibt es streit
rückblick seit monaten machen anwohner
mobil gegen coca cola und den plan des
unternehmens für einen neuen
trinkwasserbrunnen kann es nicht okay
dass in zeiten wie jetzt in der
klimakrise mit knapperen im grundwasser
immer noch großkonzernen wie coca cola
grundwasser in flaschen apfel dürfen und
zu überhöhten preisen verkaufen dürfen
das ist einfach nicht mehr zeitgemäß
im winter durfte coca cola eine
probebohrung machen
der konzern will so herausfinden ob der
grundwasserspiegel trotz abpumpens
konstant bleibt eine bürgerinitiative
protestiert dagegen der grundwasser aus
einem unterirdischen see unberührt seit
mehr als 1000 jahren wird nun ungenutzt
eingeleitet ihn an den kleinen bach
stört mich dass 118000 kubikmeter einen
tiefen grundwassers das aus eisen und
mangan fast keine stoffe enthält die man
irgendwie herausfiltern müsste um das
trinkwasser in den hahn zu geben dass
das einfach so vom ballert ihr das stört
mich an dieser einleitung ganz gewaltig
das wasser liegt den 200 metern tiefe
unter einer mächtigen tonschicht die es
von äußeren einflüssen abschirmt die
obere grundwasser schicht hat keine
direkte verbindung zu dem tiefen vorrat
der pumpversuch soll klären ob die
entnahme folgen für die
grundwasserstände in der region hat dazu
wurden 60 messstellen eingerichtet der
landkreis hat das genehmigt
erklärungsversuche für unsere
genehmigung werden uns aktuelle daten
die aus dem pumpversuch zum beispiel
hier des antragstellers eingehen
zugrunde gelegt wir haben nach recht und
gesetz zu beurteilende andere
gesichtspunkte haben wir bei unserer
entscheidung nicht mit einfließen zu
lassen
mit dem neuen brunnen will coca cola 350
millionen liter wasser fördern noch mal
so viel wie bereits zwei vorhandene
brunnen nach oben pumpen
die bürgerinitiative befürchtet die
testbohrung sei der beginn des
dauerbetrieb die bevölkerung und die
lage der daten bezüglich der
grundwasserneubildung hergeben
coca cola weist das zurück und schreibt
auf nachfrage
zitat ein wichtiger schritt im
behördlichen verfahren war der
pumpversuch dabei wurde wasser unter
realen bedingungen gefördert so dass
zwangsläufig zuvor auch der brunnen
errichtet werden musste
ob coca cola in zukunft noch mehr wasser
fördern darf soll ein gutachten klären
erstellt von einem unabhängigen
hydrogeologen aber ausgewählt und
bezahlt von coca cola nicht ungewöhnlich
findet der landrat
der antragsteller hat das einzureichen
das nicht nicht an irgendwelchen kosten
oder ähnlichem sondern wir bekommen von
ihnen diese gutachten und die werden von
uns fachlich gemeinsam mit dem gewässer
gründlichen landesdienst von fachleuten
überprüft
wichtig für die entscheidung welche
daten legt der landkreis zugrunde
wie sieht es aus um den wasserhaushalt
rund um lüneburg wie aktuell sind denn
ihre neuesten daten der aktuelle erlass
der unseren genehmigungen zur basis
liegt endet mit derzeit 3 1990 das ist
der wesentliche punkt unserer kritik
dass heißt es sind daten vorhanden die
den rasanten klimawandel und seine
folgen überhaupt noch nicht
berücksichtigt haben was wir heute hier
entscheiden wirkt auf künftige
generationen nicht nur unserer kinder
und enkelkinder sondern weit darüber
hinaus insofern ist es unverantwortlich
solche daten allein zur
entscheidungsfindung heranzuziehen
coca cola hat klar gemacht dass ein
neuer brunnen wichtig ist für den
konzern und den standort lüneburg im
sommer 2020 redet betriebsleiter dieter
reckermann klartext wenn wir hier nicht
bauen könnten beziehungsweise die
erlaubnis nicht bekommen würde das am
ende bedeuten dass wir den markt hier
nicht mehr bedienen oder nicht
vollständig bedienen können und wir
hätten einschränkungen in unserem
wachstum hinzunehmen was logischerweise
auch für den standort natürlich eine
schlechte botschaft werde
fest steht das abfüllen und verkaufen
des lüneburger wassers lohnt sich coca
cola bezahlt für einen liter grundwasser
0,009 cent an das land verkauft wird der
liter bio dann für einen euro 20
mörderisch gutes geschäft für coca cola
die kosten die zusagen für die abfüllung
des wassers anfallen aber auch für
dessen verarbeitung und vertrieb sind im
vergleich zu verkaufspreis eigentlich
minimal und daher kann man sagen das ist
eine ziemlich gute eine ziemlich gute
sache für den konzern für die region
hingegen sind die folgen unabsehbar
sagen klimawissenschaftler wir haben in
den letzten jahren gesehen ja dass auf
einmal kraftwerke gedrosselt werden
mussten wegen der wasserknappheit dass
wir jetzt waldsterben haben infolge der
trockenheit und insofern ist es ein
wahnsinn für einen kurzfristigen gewinn
wirklich gewissermaßen die zukunft zu
verkaufen
tatsächlich fiel in den vergangenen drei
jahren in den sommermonaten so wenig
regen wie nie zuvor
der dürre monitor des helmholtz zentrums
für umweltforschung ist eindeutig im
letzten jahrzehnt wurden die böden in
deutschland immer trockener die folgen
2007 wurden in niedersachsen 46.700
kubikmeter wasser für die beregnung der
felder verbraucht 2010 waren es schon
106.000 und 2016 100 37.000 kubikmeter
tendenz steigend
die zunehmende trockenheit ist auch dem
niedersächsischen umweltminister bewusst
so schreibt er im vorwort zum
grundwasser bericht des landes zitat
bäume sterben ab gewässer fielen trocken
die landwirtschaft musste erhebliche
ernteeinbußen hinnehmen und nicht
zuletzt sanken auch die
grundwasserstände auf rekordtiefen habt
eigentlich will niedersachsens
umweltminister ließ nicht mit uns über
die pläne von coca cola reden
bei einem pressetermin fragen wir
dennoch nach er verteidigt die absichten
des getränkekonzerns wenn das ganze als
trinkwasser genutzt wird für die
öffentliche wasserversorgung oder als
nahrungsmittel genutzt wird bleibt es
dabei das ist eine sinnvollere nutzung
als wenn ich das gleiche wasser dazu
nehme um swimmingpool zu füllen oder um
ein auto zu machen und ich glaube das
muss man immer eine relation dazu sehen
zur wahrheit ansonsten ist das
tatsächlich eine marktwirtschaft einmal
sehen das grundwasser ein allgemeingut
ist und das kann man nicht verkaufen
genauso wenig wie man die luft zum atmen
verkaufen kann
und insofern gehört das zur
daseinsvorsorge das grundwasser zu weit
wie möglich zu schützen
die quelle ist mit einem betondeckel
versiegelt die probebohrung beendet coca
cola erwartet jetzt auf die genehmigung
für das lukrative geschäft mit dem
wasser für das künftige generationen die
rechnung bekommen

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