WELT INTERVIEW: Westfleisch - Pfarrer protestiert gegen "moderne Sklaverei"

Von WELT Nachrichtensender
Veröffentlicht am 09.05.2020


in 51 jahre alt bin pfarrer in lengerich
im kreis steinfurt und ist es mir ein
anliegen deutlich zu machen dass jetzt
in der korona krise sich deutlich etwas
ändern muss für die menschen die in der
fleischindustrie aber auch im
versandhandel beschäftigt sind
es geht um arbeitsmigranten aus ost und
südosteuropa die oft unter ganz
schwierigen umständen untergebracht sind
in überbelegten sammelunterkünften in
bruchbuden verschimmelten bruchbuden
menschen bei denen eine 60 stunden woche
der regelfall ist die all häufig
ausgelaugt sind von übermäßig schwerer
arbeit menschen die keine chance am
dollsten zu sprechen deswegen ist es
schwierig auch für jene regeln zu
klassifizieren und auch menschen die zur
arbeit gefahren werden den
vollgestopften moody's in vollgestopften
bussen
das sind mitbürger aus dem eu-ausland
die hier bei uns ein hohes
gefährdungspotenzial für sich haben
in der art und weise wie sie ihr leben
und arbeiten müssen und ich stehe heute
hier um einen systemwechsel einzufordern
das ist großartig das mag ein zufall
sein aber das ist die fleischindustrie
ist das war absehbar ich habe vor wochen
schon davor gewarnt andere auch aufgrund
der lebens und arbeitsbedingungen der
menschen die hier schlachten und
zerlegen war es wirklich nur eine frage
von tagen kostet nur der anfang sein
es wird schnell nach ostwestfalen es
geht nach niedersachsen weiter gehen in
schleswig holstein ist es schon
also von daher wundert es mich gar nicht
dass jetzt hier eine so hohe zahl von
mitarbeitern mitarbeiterinnen infiziert
sind
man kann dort eben von abstandsregeln
ich kann keine rede sein
es sind völlig überbelegte oft sammeln
unterkünfte manchmal zu sehr schwierigen
hygienischen bedingungen
mein bruder ist allgemeinmediziner der
macht hausbesuche auch in solchen
unterkünften und dort stellte er fest
dass die bedingungen äußerst schwierig
sind das ist eben von hygiene von
intimsphäre und von abstandsregeln kann
keine rede sein

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