WELT INTERVIEW: Persönliche Daten sollen in der Corona-App sicher sein

Von WELT Nachrichtensender
Veröffentlicht am 29.05.2020


und zu diesem thema zubereitet ist nun
professorin jeanette hofmann sie ist
expertin für digital politik und
forschungsdirektorin am alexander von
humboldt institut für internet und
gesellschaft guten tag behandeln
guten tag
diese app ist jetzt also der große
durchbruch im kampf gegen die
ausbreitung des virus ich würde davor
warnen dass wir diese app mit unseren
erwartungen überfrachten
die app ist ein baustein in einem großen
konzept das sich mit contact tracing
gefasst das hauptgewicht wird nach wie
vor auf dem manuellen tracing also dem
telefonischen nachfragen liegen diese
app wird helfen kontakte nach zu
verfolgen die man nicht kennt also an
anonymen orten wie in der u bahn am
bahnhof oder an ähnlichen orten da wo
wir fremden menschen begegnen da wird
diese app wichtig aber kommt sie nicht
sowieso viel zu spät
sie würde dann zu spät kommen wenn wir
davon ausgehen dass wir die die epidemie
jetzt schon überstanden haben aber viele
leute gehen ja davon aus dass wir erst
am langen am anfang einer langen
entwicklung stehen und im herbst etwa
eine neue infektionswelle über uns
kommen könnte und dann sollten wir gut
vorbereitet sein und eine solche app zur
hand haben aber frau professorin es
heißt ja auch von den entwicklern von
sap und telekom dass mindestens zwei
drittel der bevölkerung diese app
herunterladen müssen und teilnehmen
müssen
und das passiert natürlich auf
freiwilligkeit das ist doch eigentlich
gar nicht zu machen oder es ist
unwahrscheinlich dass wir so eine hohe
zustimmungsrate zu dieser app bekommen
werden erfahrungen aus anderen ländern
die eine solche app schon haben zeigen
dass wir vermutlich weit darunter liegen
werden aber ich würde mal sagen die
ganze epidemie bekämpfung ist ja sehr
experimentell und deshalb ist es sich
immer wichtig zu vergegenwärtigen dass
diese app nur ein baustein neben vielen
anderen maß
und wenn selbst 30 prozent der
bevölkerung die ein smartphone besitzen
diese app installieren haben wir schon
einiges gewonnen aber bestätigt auch die
gefahr dass diese app dann missbraucht
werden kann entweder von cyber
kriminellen oder sogar von staatlichen
institutionen zur überwachung der
bundesbürgerinnen und bundesbürger also
bluetooth anwendung auf dem smartphone
bringen immer ein gewisses risiko mit
sich deshalb waren ja auch apple und
google bisher die betreiber der
betriebssysteme vorsichtig also da
werden wir uns daran gewöhnen müssen
dass dann gewisses risiko drin steckt
aber die app als solche die lösung für
die wir uns hier in deutschland
entschieden haben ist auf jeden fall
sehr sicher im hinblick auf den
datenschutz
worüber wir uns meines erachtens
gedanken machen müssen sind die
langzeitfolgen dieser apps können wir
sicher davon ausgehen dass die
schnittstelle wieder dicht gemacht wird
im handy wenn die krise vorüber ist oder
wird es neue nutzungs weisen dieser app
für andere zwecke geben
darüber müssen wir nachdenken und
sicherstellen dass das nicht passiert
weil diese metrik die den abstand
zwischen bürgern messen kann auch auf
großen distanzen hinweg
die könnte ja auch auf das interesse von
polizeiarbeit oder geheimdiensten stoßen
aber das müsste doch eigentlich mit
unseren datenschutzgesetzen abgeglichen
sein dass man diese app dann nicht in
zukunft für andere dinge nutzen kann
pandemien oder überwachung
leider ist es ja so dass es einige
vorbilder dafür schon gibt dass daten
die für einen spezifischen zweck erhoben
wurden dann für andere zwecke auf
rechtlich gesetzlicher grundlage
verwendet wurden denken sie an das an
die maut daten zum beispiel man kann
sich immer gute gründe vorstellen warum
daten die wir sagen wir hier im fall der
epidemie bekämpfung erhoben haben auch
für andere zwecke nutzen in diesem fall
ist ja das gute dass die daten auf den
smartphones bleiben aber das prinzip
dahinter die technik der kontakt messung
die könnte man ganz gut auch für andere
zwecke einsetzen
frau professorin wenn wir jetzt diese
app haben wenn sie funktioniert und das
wird sich sicherlich auch und wenn sich
also viele bundesbürger daran beteiligen
mit dieser app können dass dann weitere
lockerungen und weitere möglichkeiten
geben corona so eigentlich von der
normalität wieder abzulösen
ich glaube das wichtigste prinzip ist
dass wir sozialen abstand räumlichen
abstand von anderen menschen halten und
die app ist für die zwecke gut wo dieser
räumliche abstand nicht eingehalten
werden kann unter umständen in
öffentlichen nahverkehrssystem die
müssen wir aber trotzdem in zukunft
wieder nutzen können und hier ist diese
app hilfreich weil es wenn es zur
infektion kommt wir besser
nachvollziehen können wer sich von wem
angesteckt hat so dass wir die auch
unter kontrolle bringen können
professorin jeanette hofmann vielen dank
für dieses gespräch und auch ihre
ausführungen

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