WELT INTERVIEW: So ermitteln Online Fahnder gegen Kindesmissbrauch im Internet

Von WELT Nachrichtensender
Veröffentlicht am 10.06.2020


und aus köln zugeschaltet ist jetzt
kriminaldirektor michael esser sie sind
ja online fahnder der ermittlungsgruppe
berg die sich mit einem anderen
missbrauchsfall befasst können sie uns
ihre arbeit beschreiben wie darf man
sich online ermittlungen gegen
kindesmissbrauch vorstellen ja online
ermittlungen und ermittlungen aufgrund
von sichergestellten datenträger ist
trotz aller künstliche intelligenz die
eingesetzt werden kann immer noch
kriminalistischer arbeit
es müssen sich alle dateien angeschaut
werden insbesondere die bild- und
videodateien geben aufschluss darüber
welche kinder missbraucht worden sind
und wie brutal die täter vorgegangen
sind und parallel dazu müssen die jets
die in der regel auch eine rolle spielen
ausgewählte bewertet werden um die
kleine teile zusammenzufügen die dann
ein großes bild ergeben und dann zur
identifizierung von tätern führen
aber es ist nicht sehr schwer ein
solches material in solche jets auch
hereinzukommen die täter wissen ja dass
die ermittler unterwegs sind und machen
es ihnen vermutlich ja besonders schwer
ja es gibt da unterschiede es gibt halt
verschlüsselungen die die täter
verwenden um halt zu verhindern dass
ermittlungsbehörden da reinkommen
aber es gibt auch immer wieder täter die
eben keine verschlüsselten dateien und
zur verfügung stellen oder wie wir
sicherstellen und dann gibt es halt
unterschiede
letztendlich hört ja immer ein hohes maß
an technischem spezialwissen im bereich
der it forensik zu die wir auch
von eigenen reihen haben und wir werden
dann immer stück für stück weiter die
daten auswerten können
ich muss jetzt zugeben dass schon allein
von solchen fällen zu berichten ist
schon belastend wie belastend muss dann
erst die arbeit für die ermittler seien
angesichts dieses schockierende
bildmaterials die arbeit ist sehr
belastend
es sind ja nicht nur die bilder sind
auch die texte und die fantasien die
wird auch lesen müssen die wir hören
müssen können sich vorstellen dass auch
das ein oder andere kind mit ton
aufgenommen worden ist brauche ich hier
nicht tiefer zu beschreiben
das belastet jeden der daran arbeitet
und diese belastungssituation die müssen
auch abgefedert werden dazu haben wir in
der ermittlungsgruppe berg die seit ende
oktober im polizeipräsidium köln
um einen extra einsatzabschnitten mit
psychologen und polizei seelsorgern
eingerichtet der den kolleginnen und
kollegen auch zur seite steht und
gegebenenfalls auch medizinische hilfe
zuteil werden lässt
und inwiefern bekommen sie da auch einen
überblick über die szene oder ist es in
der regel so dass sie nur wenige
einzelfälle aufdecken können
also ich glaube schon dass wir mit über
70 wieder inspizierten tatverdächtigen
schon eine großteil von tatverdächtigen
identifizieren konnten
einen überblick über die komplette szene
würde ich jetzt noch nicht behaupten
dass wir haben können wir sind bei der
spitze des eisberges angekommen aber wir
haben schon einen gehörigen teil an
tatverdächtigen identifizieren können
und auch dann der justiz zuführen können
jetzt sind sie an fällen in der bergisch
gladbach gerade dann ein mädchen sie
gerade vielleicht können sie uns ganz
kurz nochmal diesem fall schildern und
auch welche erfolge sie das schon
erzielt haben
der fall begann im oktober 2009 10 mit
den erkenntnissen das ein
tatverdächtiger in bergisch gladbach
kinderpornografisches material teilt und
relativ schnell nach den ersten
ermittlungen schritten wurde deutlich
dass der tatverdächtige auch selber
misshandlungen an kindern vorgenommen
hat und es wurden in den ersten wochen
schon mehrere personen deutschlandweit
festgenommen das hat sie in der folge
fortgesetzt und die festnahmen sind
mittlerweile so weit dass wir eine
festnahme in einem europäischen ausland
haben und alle bundesländer mittlerweile
auch schon betroffen sind so dass wir
eine große menge an einzeltätern die
größtenteils auch selber
missbrauchstaten vorgelegt haben
festnehmen konnten der
nordrhein-westfälische innenminister
herbert reul der hat ja den kampf gegen
kindesmissbrauch und zu einer seiner
prioritäten erklärt hat die ermittler
kapazitäten deutlich erhöht vervierfacht
inwiefern hilft das bei ihrer arbeit
ja also in die verstärkung ermittler ist
sicherlich hilfreich
wir werden aber jetzt nicht an zahlen
messen wie erfolgreich wir sind sondern
wir müssen uns an den kindern die wir
aus den fängen der täter befreien
das ist für uns der ansporn weiter zu
arbeiten und diese vervielfachung ist
ein erster richtiger schritt gewesen
in diesem ermittlungskomplex sind nicht
zu leiten habe sind aber auch noch
weitere ermittler eingesetzt worden so
dass wir diese vervielfachung in der
alters organisation nicht auf diese
besondere organisation die wir in köln
daten übertragen können und was gibt es
noch weitere maßnahmen wie sie sich
wünschen würden die ihre arbeit leichter
oder auch erfolgreicher machen würden
sicherlich gibt es immer wieder
fragestellungen in der politik zu
beantworten sind die ich aber als
polizeibeamter jähriges nicht
kommentieren würde möchte sie kennen die
themen rund um die
vorratsdatenspeicherung diesen in der
politischen diskussion und da muss
entschieden werden ob das dann ein
zusätzliches instrument für unsere
ermittlungen sein kann oder nicht
meine wünsche sind da eher nachrangig
danke schön herr esser für diese
informationen gerne

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