WELT INTERVIEW: Virologe Stürmer - "Das ist eigentlich alles nur eine Reaktion und keine Aktion"

Von WELT Nachrichtensender
Veröffentlicht am 24.06.2020


zugeschaltet aus frankfurt ist biologe
martin stürmer schön dass sie zeit für
uns haben
herr stürmer das was wir da sehen die
steigenden infektionszahlen sind das in
ihren augen lokale ausbrüche oder aber
der beginn einer zweiten welle
also ich würde sie als lokale ausbrüche
bezeichnen aber mit dem potenzial eine
zweite welle verursachen zu können
gerade der große ausbruch in gütersloh
im turniers werk mit mit über 1.500
infizierten der schon länger herrscht
der sich in viele städte auch ausbreitet
hat das potenzial eine zweite welle
auszulösen
um das zu verhindern gilt jetzt diese
lockdown in ihren augen nahm ihn usher
hat sich ja sehr schwer damit getan
kommt der zur richtigen zeit sollte der
kommen hätte der forschung kommen müssen
ich hätte ihn früher erwartet ehrlich
gesagt weil die signale waren ja schon
eindeutig wir haben ja vor einer woche
schon über über viele viele fallzahlen
viele positive in internes wer
angesprochen und das wäre meiner meinung
nach auch schon der richtige zeitpunkt
gewesen
aufgrund der dynamik die die dort
vorgeherrscht habe den locker und früher
zu verhängen gott im hinblick jetzt auch
die anstehenden sommerferien dann in
nordrhein westfalen
denn hat man jetzt diesen lockdown in
die sommerferien in den beginn rein
gelegt anstatt in der woche vorher zu
machen und das ausbruchsgeschehen
möglicherweise besser kontrollieren zu
können jetzt wird man dem ganzen
hinterher
das ist eigentlich alles nur eine
reaktion und keine vernünftige aktion
gewesen
gerade die ferien die sie ansprechen das
ist natürlich für ganz viele menschen
ein ganz wichtiges thema
schleswig-holstein beispielsweise sagt
jetzt schon haben menschen aus diesen
kreisen kommen dann müssen die in
quarantäne da wird ja auch aktuell noch
in anderen bundesländern darüber
beratschlagt was ist in ihren augen der
richtige weg wie umgehen mit den
menschen die von dort in andere regionen
reisen wollen es ist noch ein bisschen
schwierig abzuschätzen
es war ein bis dato bis gestern 24 fälle
außerhalb der tennis mitarbeiter
berichtet worden das ist natürlich nicht
viel aber wir befürchten dass da ein
bisschen mehr noch dahinter steckt die
hoffnung besteht dass jetzt durch
massenhafte testungen
dort vor ort auch eben querbeet durch
die bevölkerung ein bild bekommt
inwiefern wirklich eine gefahr davon
ausgeht wenn menschen aus dem landkreis
jetzt diese landkreis verlassen und in
den urlaub fahren generalverdacht
auszusprechen ist ein bisschen schwierig
ich kann natürlich die bedenken der
anderen landkreise versteht man hat man
ein stabiles geschehen man hat keine
neue infektion und möchte nicht durch
durchreisende das ganze wieder von neuem
beginnen
es ist ein bisschen schwierige sache im
augenblick ich hoffe dass durch viele
testungen das bild etwas klarer wird in
den nächsten tagen nach ihren stürmer
ganz herzlichen dank für ihre
einschätzungen sehr gerne

0 Kommentare

Kommentare