Facebook: Wie der Konzern beim Hass im Netz versagt | report München | BR24

Von BR24
Veröffentlicht am 27.06.2020


hass im internet ist eines der
drängendsten gesellschaftlichen probleme
unserer zeit denn sowohl das vergangene
chaos wochenende in stuttgart wie auch
der mord an walter lübke oder die
attentate von halo und hanau haben
gezeigt wie schnell aus worten taten
werden
in einer gemeinsamen recherche haben
reporterinnen und reporter von br ndr
und wdr 2,6 millionen post und
kommentare ausgeschlossenen
facebook-gruppen analysiert der bislang
tiefste einblick in eine schattenwelt im
global größten sozialen netzwerk
benedikt nabben robert schöffel und
hakan tanriverdi über die us maschine
facebook für jede und jeden gibt es sie
die passende facebook gruppe in der
werbung freundlich harmonisch in der
realität oft ganz anders
2,6 millionen kost und kommentare in
meist geschlossenen rechten facebook
gruppen haben journalisten von br ndr
und wdr analysiert tausendfach online
solche gewalt aufrufe
[Musik]
[Musik]
der hinweis auf mehr als 100 rechte
facebook gruppen kam von ihm
er verbrachte dort jahrelang mehrere
stunden pro tag leistete gegenrede
versuchte gegen den hass anzukämpfen und
beobachtete
besonders häufig wird die
bundeskanzlerin angegangen alle die auf
der seite von frau merkel standen die
sind sofort auf der feindes liste
gelandet weil sie das gesicht ist was
pro flüchtling steht was pro demokratie
steht was pro freie meinungsäußerung
steht
wir recherchieren weiter und auch wir
finden hunderte solcher kommentare
[Musik]
all das zugänglich obwohl facebook
beteuert wir haben im kampf gegen hast
du in den letzten jahren auch sehr große
fortschritte gemacht wir investieren
kontinuierlich sowohl in technologie als
auch ein mitarbeiter dass so viel hass
und rechte hetze weiterhin zugänglich
ist liegt auch am konzept der facebook
gruppe
hier treffen sich gleichgesinnte oft
tausende und bestärken sich gegenseitig
in ihrer meinung die dunkle seite der
geschlossenen gruppen ist dass dort
hassrede viel unwahrscheinlicher
gemeldet wird als wenn es öffentlich im
newsfeed auftauchen würde
die politik tut sich schwer wirksame
konzepte gegen den hass in sozialen
netzwerken zu finden
wir sehen als bundesregierung dieses
phänomen
unabhängig davon wen es trifft als ein
sehr sehr problematisches phänomen schon
vor jahren wurde das problem bei
facebook intern diskutiert weiß steven
levy einer der angesehensten tech
journalisten der usa er hat mit vielen
facebook mitarbeitern gesprochen und
eine vermutung warum nach wie vor so
viel hass und hetze auf der plattform zu
finden ist
das ist so bei facebook einen
rücksichtslosen wachstumskurs verfolgt
hat ihr sensationeller ein beitrag desto
mehr aufmerksamkeit bekommt wenn man nun
aber mit aller härte gegen hassrede
vorgehen würde dann verlangsamt dies das
wachstum
kritiker sagen dass hass und hetze gar
nicht so schlecht für facebook sei weil
es bei den themen dann viele
interaktionen gibt und facebook wieder
viel werbung verkaufen kann dass es
nicht wahr
wir haben selber absolut kein interesse
an annan hassrede oder anderen
unerwünschten inhalten bei uns auf der
plattform gehen möchten doch dass nutzer
eine gute
erfahrung mit unserer plattform haben
facebook habe 35.000 mitarbeiter die
solche beiträge melden und löschen
sollen
trotzdem finden wir bei der recherche
nazi-symbole mord aufrufe sogar
holocaust-leugnung interne dokumente aus
dem bundesjustizministerium zeigen dass
facebook beim kampf gegen haye speech
immer wieder versucht hat strengere
regeln zu verhindern
von weitgehender aufweichung und dem
scheitern der gespräche mit dem konzern
ist die rede
hamburg hier hat facebook seine
deutschlandzentrale der ehemalige
hamburger justizsenator hat sich immer
wieder mit dem konzern
auseinandergesetzt
der dialog mit facebook war freundlich
aber sinnfrei facebook macht gegen hass
im netz immer nur genau soviel wie es
wirklich machen muss also immer dann
wenn entsprechende regeln verschärft
worden sind haben sie reagiert ansonsten
nicht das ist meine erfahrung
vorige woche hat der bundestag die
regeln verschärft ein neues gesetz
verabschiedet es verpflichtet
online-plattformen wie facebook dazu
bestimmte rechtswidrige inhalte direkt
den strafverfolgungsbehörden zu melden
bundesjustizministerin lamprecht ist
überzeugt jetzt angemessen gegen hass
kommentare vorgehen zu können
facebook verweigert die herausgabe der
daten bisher weil es dafür keine
gesetzliche grundlage gibt die schaffen
wir mit diesem gesetz gegen
hasskriminalität in zukunft müssen diese
daten herausgegeben werden und wir
werden auch dafür sorgen dass es so
geschickt und facebook geht davon aus
dass diese gesetzliche grundlage auch
für sie gilt obwohl der server in den
usa steht in deutschland ist es nicht
entscheidend ob ein unternehmen davon
ausgeht dass gesetze gelten sondern in
dem moment wo gesetze in kraft setzt
gesetzt sind gelten sie egal für wen
facebook wird in die pflicht genommen
muss beiträge prüfen und ans
bundeskriminalamt weiterreichen
immer wieder in der vergangenheit
natürlich auch geäußert dass das hier
schwierig finden wenn ihr als
privatwirtschaftliches unternehmen
plötzlich funktionen wahrnehmen müssen
die normalerweise beim start legen bei
gerichten bei anderen institutionen
es ist nun aber so das gesetz ist da
trotzdem wird rechte hassrede wohl nicht
verschwinden
denn facebook muss nur dann beiträge
überprüfen wenn nutzer sie als
unangemessen an den plattform betreiber
melden
in gruppen gleichgesinnter wohl eher
selten
tja und so wird uns weiterhin wohl hass
auf facebook beschäftigen

0 Kommentare

Kommentare