Wie das Netz den Umgang mit dem Tod verändert | Podcast: Umbruch | BR24

Von BR24
Veröffentlicht am 28.06.2020


umbruch der digital broadcast des
computermagazins von b5 aktuell
alexa wirst du sterben
dazu habe ich keine meinung alexa was
ist überhaupt der tod tod hat folgende
bedeutungen 1 figur mit einer sense
personifizierter tut und zwei ende des
stärke vorgangs ja so kann man das
natürlich auch sehen
der tod einfach als ende des sterbe
vorgangs das zumindest ist die
definition von unserer alex und alexa
selbst muss ja nicht sterben weil
logischerweise alexa ist ja nicht aus
fleisch und blut sondern aus was ist
alexa eigentlich ich bin aus kunststoff
metall und vielen nullen und einsen wir
gut dass wir das geklärt haben lieber
alexa okay das war jetzt ein bisschen
lustig aber ansonsten muss man sagen
wird es in dieser sendung nicht
besonders lustig zugehen sondern ernst
denn es geht um den tod um das trauern
und wie sich der umgang damit im
digitalzeitalter verändert und am ende
geben wir euch da draußen tipps damit
ihr beim digitalen nachlass alles
richtig macht
herzlich willkommen bei umbruch dem
digital podcast der die zukunft so
erklärt dass alle sie verstehen hier
reden wir über neue technologien wo sie
herkommen wo sie uns hinführen übergroße
utopien für unruhigen de dystopien ja
und über die kleinen problemchen die
sich daraus ergeben ich bin christin
saxinger und ich bin christian stephan
in umbruch werfen wir am anfang des
podcast sehr gerne mal einen blick
zurück wir schauen woher eigentlich
diese digitalen ideen kommen die uns
heute beschäftigen
ja wo die anfänge der technologien
liegen die wir heute benutzen aber beim
thema heute da wüsste ich gar nicht so
recht wo man anfangen soll
denn ganz ehrlich christian gestorben
wurde ja schon immer und getraut auch
wir also vermutlich hat sich die art wie
menschen und toten freunden und
verwandten gedacht wird im laufe der
jahrhunderte verändert aber in letzter
zeit ist hier ein rasanter wandel zu
beobachten und ich habe mal ein ziemlich
wie ich finde eindrückliches beispiel
mitgebracht die personen die wir hier
singen hören das ist john james flavours
der 1936 geboren worden ist und 2017
gestorben
bei dem song handelt es sich um fight
for california das ist der offizielle
song der university of berkeley und
eigentlich ist john james flames seit
über zwei jahren tot allerdings spricht
sein sohn james regelmäßig mit ihm und
zwar hat james sein vater als bot
nachgebaut und hat das ganze dann dead
bot genannt ziemlich eigenartige idee
warum das ja also bei john james flames
wurde krebs diagnostiziert und dann hat
seinen sohn angefangen ihn zu
interviewen also hat mit seinem vater
lange lange zeit gesprochen über sein
leben hat ihn eben auch singen lassen
eben dieses lied der universität auf der
er war und über anekdoten wie er beim
theaterspielen mal seine hose verloren
hat und so weiter und so fort
und dabei sind 91 1970 wörter zusammen
gekommen und aus denen hat er dann mit
hilfe von künstlicher intelligenz seinen
dad bot gebaut und irgendwann hat er ihn
angemacht und ausprobiert als ich den
jackpot das erste mal getestet habe da
sagte er ich bin der geliebte & noble
vater geliebte & noble vater
das ist eine art augenzwinkern der
spitzname den er sich selbst gegeben
hatte
und als der dead bot genau das sagte das
war wie damals
es fühlte sich beinahe an wie eine
geburt er war lebendig ich habe ihm auch
so etwas wie zeitgefühl einprogrammiert
wenn ich nachts mit ihm spreche dann
sagt er beispielsweise so etwas wie es
ist ja wirklich schön mit dir zu
sprechen aber solltest du nicht langsam
mal zu abend essen wenn so etwas
passiert dann habe ich diese kleine
illusion dass er weiß was los ist und an
mich denkt interessant im silicon valley
werden sich ohnehin viele sagen warum
nicht ein mensch ist ja nichts anderes
als ein algorithmus ein komplizierter
zwar aber ein algorithmus und warum soll
nicht irgendwann ein künstlicher
algorithmus einen menschen mit allen
seinen facetten nachbilden können
zumindest eine stimme und seine gedanken
seine reaktionen spannend aber christian
irgendwie auch unheimlich ja und ich
glaube ihr da draußen findet das
vielleicht auch unheimlich vielleicht
findet ihr es auch gut also ich glaube
auf jeden fall dass es ein experiment
das viele gefühle auslöst und auch
bestimmt die leute auch spaltet man muss
dazu sagen dass psychologen tatsächlich
davor warnen weil psychologen auch sagen
zur verarbeitung von dem tod von
angehörigen gehört auch dazu dass man
irgendwann auch loslassen kann und wenn
man seine toten angehörigen einfach
wieder aufstehen test als künstliche
intelligenzen dann
muss das nicht unbedingt gut sein für
diesen prozess der trauer wie es denn
jetzt bei dir persönlich also könntest
du dir vorstellen mit jemandem zu
sprechen mit jemanden der dir nahe stand
und diese person ist schon lange tot und
du lässt sie aufstehen wieder als
künstliche intelligenz und sprichst mit
ihr so als würde sie noch leben
ich weiß nicht ist natürlich ein sehr
unangenehmer gedanke das sagen wir mal
meine frau und meine kinder vor mir
sterben würden und ich versuche mit
denen weiter in kontakt zu bleiben
ich könnte mir vorstellen dass ich
vielleicht so innere monologe oder
dialoge mittel führen würde aber mit
einer künstlich nachgebauten intelligenz
mit einem für virtuellen angehörigen der
schon gestorben ist ich glaube er nicht
ja ich fühle mich persönlich er auch
nicht ich finde das ganz interessant
weil ja wie so oft hat die popkultur
auch schon ist ein bisschen voraus also
hat sich diesem thema angenommen es gibt
diese serie ich weiß nicht ob du die
canes black mirror das ist eine science
fiction serie die so in der nahen
zukunft spielt also diese unsere
gesellschaft so ein bisschen verlängert
auf diensten weiß nicht 10 20 jahre und
so schuster ist und da gibt es zum
beispiel auch eine folge die heißt
wiedergänger und da passiert genau das
also da stirbt der freund von jemandem
und dann lässt sie ihn wieder
auferstehen
als künstliche intelligenz und das ganze
nimmt dann sagen sie mal so kein gutes
ende
und dieser james flavours der so was
ähnliches gemacht hat er mit seinem
vater der sagt er wird permanent auf
diese eine blackmore folge angesprochen
hat das vorher gemacht dann kam die
folge und seitdem jedes mal muss er
irgendwo da erzählen ob das eine
inspiration war und was er davon hält er
selbst allerdings sagt er will sein
vater gar nicht wieder aufstehen lassen
es gibt eine grenze die ich nicht
überschreiten möchte
es geht mir nicht darum einen menschen
wieder zum leben zu erwecken als echten
menschen
ich sehe das eher als eine neue art die
vergangenheit zu bewahren
auf interaktive weise eine art oral
history projekt das ist für mich der
entscheidende unterschied zu black
mirror oder zu start ups die meinen sie
könnten so etwas wie eine virtuelle
unsterblichkeit erreichen mit virtuellen
avataren verstorbener mit denen
mandanten der virtuellen realität hinter
agieren kann
für mich geht das zu weit
[Musik]
[Musik]
was im internetzeitalter passieren kann
ist dass uns bekannte und verwandte die
gestorben ist trotzdem immer wieder mal
begegnen und das kann durchaus
schmerzhaft sein
da fällt mir facebook ein die haben vor
einem halben jahr war es den umgang mit
toten mitgliedern überarbeitet da wird
jetzt sogar künstliche intelligenz
eingesetzt facebook ließ wissen man
wolle so eben schmerzhafte erfahrungen
verhindern
bislang konnte es nämlich zum beispiel
passieren dass facebook im fall jemanden
doch bitteschön zu einer party
einzuladen auch wenn dieser jemand schon
längst tot war
facebook verspricht jetzt besserung da
müssen sie vermutlich auch weil das in
anführungsstrichen problem einfach
größer werden wird als kleiner also
facebook wird ja genutzt von 24
milliarden menschen auf der welt und das
sind 2,4 milliarden menschen die krank
werden können die älter werden und ja
die irgendwann sterben und karl man sagt
dass mark zuckerberg und co sich da
etwas einfallen lassen müssen
karl lehmann ist ein internet forscher
von der university in oxford und er hat
eine studie vorgelegt wo herausfinden
wollte man es eigentlich auf facebook
mehr tote gibt als lebende ich gehe
davon aus dass in 50 jahren ein großteil
der facebook-profile toten menschen
gehören wird statistisch führt kaum ein
weg dran vorbei
aber facebook wird auch aus
kommerziellen erwägungen interesse daran
haben das reich der toten von dem der
lebenden zu trennen
sie verdienen ihr geld damit dass sie
leben der miteinander verbinden und
nicht tot
sie werden also versuchen diese beiden
sphären zu trennen und eine art
digitalen friedhof schaffen
facebook als riesiger digitaler friedhof
milliarden profile liegen da dann tote
um ihre letzte ruhe zu finden hat was ja
wirklich auch also facebook übrigens ist
ziemlich zugeknöpft bei dem thema ich
habe die angefragt um interview gebeten
aber man will einfach dazu nichts sagen
aber sie haben mich mit ein paar zahlen
versorgt und die fand ich durchaus
interessant
sie haben gesagt insgesamt gäbe es ein
paar hunderttausend profile von toten
facebook kunden das ist relativ wenig
wenn man sich jetzt anschaut wie viele
mitglieder facebook insgesamt hat aber
das ist bestimmt eine zahl die ansteigt
aber viel interessanter fand ich dass
pro monat 30 millionen menschen die
profile von toten facebook-mitgliedern
besuchen also wir haben quasi hier
eigentlich auf facebook schon so eine
art von trauerkultur also es gibt sehr
viel mehr leute die diese profile
besuchen als tote facebook-mitglieder ja
also das finde ich interessant und
möglicherweise liegt das auch an einem
phänomen mit dem ich mit sabine
gesprochen hat
[Musik]
sabine ist eine bekannte von mir ich
habe die kennengelernt vor drei jahren
glaube ich als sich wiederum die metro
interviewt habt dimitri wiederum war ein
25-jähriger student damals der litt an
einem tumor ist dann auch wenig später
daran verstorben und ich habe den damals
besucht in der wg und diese sabine das
war die beste freundin von dimitri hat
sich dann auch gekümmert hatte die
patientenverfügung ist auch durch eine
schwere zeit gegangen und als wir jetzt
diese sendung vorbereitet haben da habe
ich mit ihr gesprochen wie sieht das
damals eigentlich gesehen hat mit so ein
bisschen abstand also diese trauer zeit
insbesondere im internet damals als
dimitri gestorben ist
sein grab ist immer ortsgebunden und wie
viele von uns leben dann gibt es noch an
dem ort wo auch die eltern und die
großeltern leben kaum jemand beziehen
die alle irgendwann weg es ist ja nicht
mehr so ist dass ich mein ganzes leben
im selben dorf bin und dann kann ich
alle gräber pflegen das heißt heute
beauftrage ich entweder den
friedhofsgärtner oder was soll so dass
es verkommt bekam science auch
wahnsinnig teuer finde ich und nach zehn
jahren schmeißen die anderen am ende
noch vom friedhof runter und im internet
ist man so unabhängig vom ort man ist
unabhängig von verwaltungen und
öffnungszeiten von friedhöfen und man
hat in gewisser weise eine illusion von
unendlichkeit weil man das gefühl dass
man ein recht darauf hat sozialen
netzwerke zu benutzen und man hat doch
irgendwie idee dass die für immer da
bleiben und dass ich jederzeit und für
immer zugriff auf meine autos gedenkens
ab es ist ein bisschen trügerisch glaube
ich wir vergessen schnell dass blogs und
soziale netzwerke von irgendjemand zur
verfügung gestellt aber auch wieder
weggenommen werden können
christian das finde ich eigentlich auch
das friedhofswesen ist in der regel eine
sache der öffentlichen hand facebook
dagegen ist wie wir alle wissen ein
börsennotiertes unternehmen facebook
will gewinn machen kategorien wie
gefühle privatsphäre und intimität
versteht das unternehmen nur so lange
wie es eben oper tun ist also wie das
alles geld in die kasse gespült und wenn
also facebook ein digitaler
friedhofs wächter oder sogar der
besitzer des weltgrössten friedhofs
überhaupt wird ja dann
dann habe ich schon meine bedenken ja
findet dass es ein recht interessanter
gedanke was passiert wenn zb facebook in
mann geld verlangt dafür dass man
kontrolliert oder überhaupt auf die
profilen von seinen verstorbenen
geliebten zugreifen kann
wie sieht es überhaupt mit datenschutz
von toten aus das sind finde ich total
spannende ungeklärte fragen die sich da
einfach auftun und die glaube ich auch
ein bisschen zu wenig diskutiert werden
noch glaube ich auch dass man da noch
einiges diskutieren wird wie ist es denn
eigentlich jetzt mit dimitri
weitergegangen von dem du erzählt hast
ist sein profil auf facebook ja sein
profil ist auf facebook dimitri war auf
facebook auch ziemlich aktiv das profil
steht jetzt im sogenannten gedenkt
zustand also das steht dann so ein in
erinnerung an die metro darüber und es
steht auf dem profil eine allerletzte
nachricht die demetri selbst verfasst
hat und die damals als die mit gestorben
ist sabine hoch gestellt hat und ich
weiß dass ihn diese letzte nachricht die
er den lebenden also sein freund und
verwandten hinterlassen wollte das in
das wahnsinnig beschäftigt hat was dort
dann stehen soll
hast du dir schon gedanken darüber
gemacht wie du sterben will nicht genau
ehrlich gesagt dass er natürlich auf die
umstände schauen ob es geht dass ich zu
hause sterben wollte das war auf jeden
fall schöner als im krankenhaus dabei
letzten endes wäre das glaube ich gar
nicht so schlimm für mich jetzt ein
bürgerhaus zu sterben
ich glaube ich würde gerne auf jeden
fall nach sterben also nicht einschlafen
und dann dann könnte ich auch noch ein
paar schöne letzten worte sagen weißt du
schon was
improvisiere ich da noch irgendwas und
einsatz blogeintrag oder sogar dem
wirklich vorschreiben indem würdigen
sabine entsprechend müsste ich demnächst
wohl machen unterdessen gerüchte ja also
dieser letzte eintrag über den dimitri
damals sich so viele gedanken gemacht
hat der ist dann am 8 oktober 2016
online gegangen und der besteht aus drei
zeilen und zwar lautet der leb wohl
meine freunde war schön mit euch lieb
wohl welt was die tollsten der hätte
sein können lieb wohlleben ich hätte
kein besseres haben können positiv sehr
lebensbejahend genau also das war muss
ich ehrlich sagen also wir das jetzt
einigermaßen neutrale war das hat mich
schon fassungslos gemacht wie wie diese
wie traurig diese geschichte war
ich habe dann mit sabine gesprochen und
sie gefragt wie das dann eigentlich für
sie war als sie diese letzte nachricht
dort hochgeladen hat bei facebook und
auf seinem blog und wie das dann war als
die leute online kontrolliert haben
es war auf jeden fall das gefühl da noch
etwas für ihn tun zu können
gleichzeitig ist es natürlich auch ein
stück weit eine last ich denke das hat
man auch mit offline aufgaben in dieser
zeit treffen zu organisieren bestatter
kontaktieren kleidung und justiz bringen
also was und ich wusste das sollte ich
tun das musste ich tun und habe ich es
auch getan
mit den leuten die dann kontrollieren
ehrlich gesagt das habe ich mit mit
gemischten gefühlen dann auch erlebt war
natürlich wahnsinnig viele ganz liebe
menschen auch fremde menschen oder wenig
gut bekannte menschen die mir über
verschiedene plattformen geschrieben
haben
teilweise habe ich mich aber auch
geärgert ich habe das gefühl dass da
auch eine art von voyeurismus und stand
von so einer art trauer purismus
irgendwie im endeffekt ist ist das ja
alles eine gewisse form von einer
selbstdarstellung und beim menschen die
ihm nie gekannt haben total weise habe
ich mich gefragt wie viel davon ist
ernst gemeint und wie viel davon ist ich
drücke jetzt einen like-button und dann
mache ich meinen käsebrot ja das bringt
so ein bisschen die ganze digitale
gesellschaft auch auf den punkt
digitalisierung durch dringt immer mehr
lebensbereiche die arbeit die familie
die freunde vieles wird immer beliebiger
und austauschbarer verschwimmt
ineinander
ein urlaub auf instagram sieht so aus
wie tausend andere urlaube freunde sucht
man sich zu hunderten auf den digitalen
netzwerken und die arbeit zieht sich in
die freizeit hinein wird zur freizeit
und wird uns dann doch wieder stressen
aber der tote ist eben doch ein
schlusspunkt und da lässt sich dann
nichts mehr in die länge ziehen und
analysieren und ein digitalfoto auf dem
online friedhof wird dem wahrscheinlich
dann wirklich nicht gerecht werden
nein im fall von dimitri kam natürlich
dazu dass das gedenkt auch ein bisschen
öffentlich war und vielleicht auch
deswegen ein bisschen banal also dass da
eben auch viele fremde leute daneben
kontrolliert haben weil da unterscheidet
ja facebook auch nicht also wäre es
jetzt enger verwandter weil wir sind
jetzt wirkliche freunde
wer sind nur leute die vor bei surfen um
da was drunter zu posten und das geht
vielleicht einfach auch zur banalität
vielleicht bei man muss dazu sagen dass
dimitri ja ich glaube internet
berühmtheit ist jetzt zu viel aber sein
fall hat schon auch aufsehen erregt
insbesondere im netz ich habe ja schon
erwähnt dass er einen blog geschrieben
hatte und dieser block der ist wirklich
bemerkenswert der heißt sterben mit
zweck und der ist auch heute noch online
also kann man sich anschauen und dort
schildert demetri das leben mit seiner
krankheit letztendlich in summe würde
ich mal sagen so lakonischen
schnoddrigen ton hat er auch gesagt das
machte auch absichtlich um den leuten
auch den umgang mit dem tod zu
erleichtern und dieser block würde ich
sagen das ist das digitale vermächtnis
eigentlich von dimitri
[Musik]
eine persönliche frage an dich christian
hast du dich dann schon einmal
beschäftigt mit deinem digitalen
nachlass nein tatsächlich nicht jedes
mal wenn ich zum beispiel verreise habe
ich ein schlechtes gewissen ich denke
mir dann eigentlich hätte ich doch falls
mir was passiert alles regeln müssen
habe ich aber bis jetzt noch nicht nein
auch nicht einer der wenigen dinge die
ich gemacht habe ist dass ich eine
nachlassverwalterin bei facebook
bestimmt habe kann man aus seinen
freunden kann man jemanden raussuchen
die dann sich eben dieses profil kümmern
sollte sollte ich sterben und ich bin
selber auch als nachlassverwalter
bestimmt worden also da kriegt man so
eine meldung
du wurdest als nachlassverwalter von
soundso bestimmt und da zog man dann
auch erst ein bisschen zusammen
aber ich habe zum beispiel bei einer
besten freundin da auch darüber
gesprochen dies nachlasse weiteren was
dann so passieren soll mit deinem profil
passiert ja also ich möchte nicht dass
es gelöscht wird dass es ja eine
möglichkeit die man hat dass man sagt
okay alles weg aber ich ist weiterleben
wie ja ich der filme facebook mehr
weiterleben ist zu viel aber wenn leute
zum beispiel wissen wollen was ich für
ein mensch war
dann gibt wahrscheinlich mein facebook
profil gar keine schlechte auskunft
darüber
und ich möchte die möglichkeit erhalten
dass sich leute zumindest dadurch
scrollen können wie lang soll sowas
stehen bleiben
das kann bei mir für ewigkeiten wo ich
ja ich meine ich bin tot also interesse
für 2200 ja ich meine dass ich leute
würden ja auch tagebücher und dann
werden sie auch nicht einfach verbrannt
oft wenn wenn man stirbt und ich finde
dass es das ist da ganz ähnlich also ich
habe da kein problem
ich finde es aber sehr interessant sich
generell mit diesem thema zu
beschäftigen es gibt eine sache die ist
ein bisschen schwarzhumorig weil sie so
optimistisch klingt nämlich bei google
also wie geht google die frage des todes
an und wie geht google die frage an was
mit den daten passieren soll
bei google ist das nämlich so da gibt es
den so genannten konto in aktivitäts
manager so heißt das und die logik ist
folgende das nämlich wenn man bei google
derzeit inaktiv war dann geht google
davon aus dass vielleicht ist etwas
zugestoßen
vielleicht ist man gestorben und dann
kann man einstellen was dann passieren
soll mit diesem konto also soll das dann
gelöscht werden soll es weiter laufen
sollen die e mails an irgendjemanden
weitergeleitet werden whatever und in
meinem fall ist es so dass wenn ich mich
jetzt drei monate nicht bei google
einloggen
bist du tot also dann wird zumindest mal
jemand informiert wird sich heute
informiert und wird dann da wird dann
gefragt was eigentlich jetzt so mit
christian schiffer so ist und sollte
sich dann betrieblicher weise
herausstellen dass ich wirklich tot bin
dann habe ich auch so eingestellt dass
tatsächlich alles gelöscht werden soll
also diese informationen möchte ich dann
tatsächlich das sind dann noch e-mails
das ist eine persönliche sachen das soll
tatsächlich verschwinden
es sind nicht mehr nur die persönlichen
sachen wir hinterlassen ja jede menge
von daten bei allen möglichen
unternehmen und plattformen und ein
immer größerer teil unseres besitzers
besteht aus zwei filme fotos bücher
hörbücher all das haben wir digital
vorrätig und immer häufiger lagern wir
unsere eigenen schätze nicht mehr auf
dem laptop oder auf dem smartphone
sondern in der cloud und da stellt sich
dann natürlich auch die frage was
passiert damit nach meinem ableben soll
es vererbt werden oder einfach doch
gelöscht
gibt es denn da schon eine lösung der
völker sind also vielleicht muss man
ganz grundsätzlich sagen dass es viel
schwieriger ist digitale schätze zu
vererben als analogen schätze
also erstmal zahlen wir sehr oft einfach
nur für den zugang also spotify oder
netflix das gehört einem ja nichts
zahlen ja ein abo dass wir das nutzen
können dass er was anderes als wenn wir
die dvds im schrank haben oder die cd
ist das soll man immer berücksichtigen
ja neben wir audible oder amazon prime
ich habe filme gekauft die liegen aber
eben in der cloud und die gerne würde
ich vielleicht zu sagen wir mal ich hab
500 filme gekauft würde ich vielleicht
gerne weiter vorher also das ist
tatsächlich ein bisschen umstritten wie
man damit umgeht aber ich sage es mal so
man kann wenig dagegen machen wenn
einfach die logindaten vererbt werden
und weitergegeben
und das versprechen auch viele
unternehmen also die auch dann den
digitalen nachlass übernehmen also da
gibt es wahnsinnig viele anbieter
mittlerweile im internet die alle sagen
okay wir verwalten deine accounts du
kannst dann nachrichten hinterlassen
du kannst dann einstellen was mit den
accounts genau passieren soll
die frage ist tatsächlich muss man dafür
geld ausgeben macht das überhaupt sinn
und um das herauszufinden war ich dann
bei martina renner von der
verbraucherzentrale bayern
das ist mit vorsicht zu genießen weil
ich oft nicht nachvollziehen kann wo die
meine daten speichern ob das auf servern
ist die sich in europa oder anderswo
befinden oder in irgend einer cloud ich
bin nicht davor gefeit dass die gehackt
werden je nachdem wie das
geschäftsmodell dieser seite ist
entweder jemandem sagen dass ich dort
etwas hinterlegt habe oder diese seiten
haben manchmal einen mechanismus dass
wenn man sich nicht innerhalb eines
bestimmten zeitraums da eingeloggt hat
sie dann automatisch irgendjemanden
informieren
nur die frage ist wie praktikabel das
ist wenn der zeitraum sehr lang ist und
es geht ja auch nicht nur darum dass ich
nicht mehr am leben bin aber vielleicht
auch nur vorübergehend nicht mehr in der
lage wenn mich darum zu kümmern und dann
kann es ja auch nötig sein denn das eine
oder andere vielleicht abzuschalten von
daher ist die analoge variante
sicherlich die praktikablere und die
sicherung auch hier im digital broadcast
umbruch kann das fazit manchmal lauten
analog ist besser alle accounts
aufschreiben benutzernamen und
passwörter
diese liste sicher aufbewahren und einer
person seiner wahl eine vollmacht über
die zugänge geben dort am besten auch
hineinschreiben was genau mit diesem
oder jenem account passieren sollte
genau also das ist die empfehlung von
der verbraucherzentrale
die verbraucherzentrale selbst die hat
jetzt auch so ein kleines büchlein
drucken lassen also ein heftchen das
kann man sich dort abholen oder ich
denke auch mal zu schicken lassen und da
kann man dann seine accounts eintragen
[Musik]
das problem ist um mich so restlich
überzeugt dass mich doch nicht warum
nicht allzu anstrengend also man muss ja
auch seine passwörter wird ja empfohlen
regelmäßig zu ändern und ich zum
beispiel ich nur sagen ich für natürlich
auch ein sehr digitales leben
ich habe 94 accounts gespeichert ja ich
möchte diese 94 accounts in dieses
heftchen schreiben und dann müsste ich
jedes mal wenn ich dann passwort ändere
und die passwörter müssen ja noch sicher
sein ist ja nicht irgendwie schnuffi 123
sind ja immer dann komplizierte sicher
gepasst hatte müsste ich dann dort
überall eintrag würde mich
wahrscheinlich 100 mal verschreiben
müsste das permanent ändern
und da bin ich zwar noch nicht tot aber
es ist auch kein lebenswertes leben
signifikante zeit seines lebens darauf
zu verwenden passwörter irgendwo
aufzuschreiben für den fall dass man
stirbt also ich mich überzeugt das nicht
so ganz für andere menschen kann das
aber natürlich die richtige lösung sein
muss man auch ganz klar sei aber es gibt
ja auch eine digitale lösung der
passwort-manager also ein online tresor
für die passwörter trägst du alle
accounts ein die du hast statt 94
passwörter bieber dir musste denn nur
noch eines merken nämlich diesen
generalschlüssel für den online tresor
es gibt mittlerweile solche
passwort-manager zuhauf die heißen zum
beispiel last one pass oder kitas und
die besten dafür muss man ein bisschen
geld bezahlen kosten so zwei bis drei
euro im monat das sollte es einem aber
vielleicht wert sein denn die ganze
litanei von zugangs namen und
passwörtern ist sicher und man kann das
eine passwort zum beispiel auch ja
seiner vertrauensperson mitteilen und
wenn man diese person dann irgendwann
vielleicht doch nicht mehr vertraut dann
kann man es anfangs einfach ändern und
das hauptpasswort oder der schlüssel
gilt eben bei dieser person dann nicht
mehr genau also sowieso gilt
passwort-manager benutzen steigern die
sicherheit vielleicht machen wir mal
einen eigenen podcast dazu es gibt
welche die würfeln dann extra starke
passwörter aus die sagen einem wenn man
passwörter mehrmals verwendet die sagen
ein buch das passwort vielleicht immer
gehackt worden ist also irgendwo durchs
netz notiert also das ist insgesamt eine
gute sache da gibt es sehr
unterschiedliche
qualität einfach ein bisschen
recherchieren im internet werden br 24
auch schon mal artikel dazu gemacht also
das ist aber generell einfach eine
empfehlung nicht nur wenn man jetzt sich
mit dem problem des digitalen nachlasses
beschäftigt
[Musik]
das war's mit unserer sechsten ausgabe
von umbruch wir hoffen es hat euch
gefallen trotz des etwas ernsteren
themas falls ja dann folgt uns und
empfiehlt uns weiter umbruch ist ein
podcast des b5 computermagazins dort im
schnitt sind hier zu finden oder einfach
per internet suche unter computermagazin
beziehungsweise unter umbruch suchen
auch gerne in der podcast app oder wie
auch immer also wir sind im internet zu
finden wenn man danach sucht
was gibt es denn beim nächsten mal
lieber christian nächstes mal nehmen wir
euch da draußen mit ins land der
unbegrenzten digitalen möglichkeiten
nach südkorea
du wirst ja dort sein und du wirst du
dort eine smart city anschauen nämlich
die von sonko in soul und bewusst uns
dann einfach so ein bisschen erzählen
wie sich das so anfühlt also so ein
leben in einer völlig
durchdigitalisierten stadt und ob das
wirklich besser ist also ich bin sehr
gespannt was du uns da mitbringst bis
dann euer christian schäfer und
christian sachsen
[Musik]

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