WELT INTERVIEW: Corona-Krise - "Hängen stark an den Exporten und die laufen besonders schlecht"

Von WELT Nachrichtensender
Veröffentlicht am 10.07.2020


und per skype zugeschaltet ist mir jetzt
professor marcel franz präsident des
deutschen instituts für
wirtschaftsforschung
schön dass ihr zeit für uns haben herr
vater wir haben es gerade gehört olaf
scholz glaubt dass ein ende dieser
wirtschaftskrise durch krone anfang 2022
möglich ist in ihren augen realistisch
ja das halte ich für realistisch wenn es
nach der im prinzip gebrauchen noch zwei
jahre bis wir da wieder sind wo wir vor
der krise sind ich glaube man muss
wirklich hier sehr freundlich seien die
risiken sind enorm
für zwei der ansteckungsfälle auch unter
dem welle von unternehmensinsolvenzen
das sind zwei große risiken die auch die
deutsche wirtschaft hart treffen könnten
deshalb ist hier vorsicht geboten
nichtsdestotrotz diese woche gab es neue
zahlen von der eu-kommission schlechtere
zahlen der aufschwung der gehe langsamer
voran als man gedacht habe haben wir
vielleicht doch noch zu viele
einschränkungen denn einige branchen
können ja noch immer nicht arbeiten nein
ich sehe das problem nicht bei den
einschränkungen sondern das große thema
vertrauen
viele menschen haben angst gerade um
ihre arbeitsplätze wir haben 600.000
mehr menschen in arbeitslosigkeit wir
haben fast acht millionen menschen auf
kurzarbeit die weniger geld haben viele
machen sich zu recht sorgen die zukunft
und hier geht es um fehlendes vertrauen
und ängste für die zukunft und da muss
man ansetzen und die bundesregierung hat
ja mit dem konjunkturpaket auch einiges
versucht und zum vertrauen wird man erst
dann wirklich wieder herstellen können
wenn das virus im griff ist und das hat
nun mal kein mensch im griff oder kann
kein mensch bestimmen wann das sein wird
und deshalb muss man auch ehrlich sein
und sagen so schnell wird sich die
wirtschaft dort nicht erholen können das
heißt unabhängig von den milliarden die
die bundesregierung jetzt auch in den
wirtschaftlichen aufschwung gepumpt da
müssen wir einfach abwarten
ja ich befürchte man wird immer wenig
machen können das konjunkturpaket es
gibt ja kein land in der welt das so
große konjunkturpakete aufgelegt hat wie
die bundesregierung ist ja nicht so dass
es in deutschland zu wenig getan wurde
wir rechnen mit unseren prognosen dass
die wirtschaft in deutschland dieses
jahr um neuneinhalb prozent schrumpfen
könnte dass das konjunkturpaket obwohl
es so groß ist 1,5 prozent an
wirtschaftsleistung schafft das ist also
absolut gesehen groß aber im vergleich
zu dem schock dieser krise ist es
natürlich nur begrenzt und das zeigt
auch eine politik auch ein staat auch
ein sehr starker staat sowie in
deutschland kann letztlich alleine ein
land eine wirtschaft nicht wieder auf
vordermann bringen zumal wir eine sehr
offene volkswirtschaft haben also wir
hängen sehr stark an den exporten und
die laufende bau mit besonders schlecht
das ist ein gutes stichwort nächste
woche ist ja der eu-gipfel das soll es
ja um diesen recovery fand gegen
gekoppelt an den haushalt
wirtschaftshilfen
wie hoch sind ihre erwartungen glauben
sie dass eine einigung tatsächlich
erzielt werden kann wie dringend braucht
es die es ist dringend eine einigung zu
erzielen denn nochmals es geht um
vertrauen bei allen bei unternehmen bei
menschen die wollen wissen wie geht es
denn weiter was sie die
zukunftsperspektiven und deutschland und
frankreich spielen hier eine sehr
wichtige rolle sie eine sehr gute
initiative die beiden regierung zu sagen
sie wollen einen überzeugenden
wiederaufbau vor
der soll auch transfers enthalten also
die stärkeren länder sollen für die
schwächeren unterstützung bereitstellen
natürlich gehört deutschland zu den
stärkeren ländern ja es würde heißen ist
transfers von deutschland nach spanien
italien fließen
aber auch hier müssen wir verstehen wenn
spanien italien sich nicht erholen dann
wird sich auch die deutsche wirtschaft
nicht voll erholen können
über die hälfte unserer exporte gehen
nach europa fast die hälfte der
wirtschaftsleistung sind exporte also
wir müssen verstehen es ist auch in
unserem interesse dass europa möglichst
schnell aus dieser krise herauskommen
kann der vater noch auf einen punkt
möchte ich gerne eingehen der allein
jetzt deutschland betrifft hier ist ja
aktuell die insolvenzantragspflicht
ausgesetzt allerdings nur noch bis ende
september
unternehmen die durch die krise ja in
die wirtschaftliche krise geraten sind
die müssen also aktuell keinen
insolvenzantrag stellen sollte man das
verlängern oder würde man damit nicht
nur unternehmen mit schleppen die am
ende aus der lage ohnehin nicht mehr
auskennen
ich denke man sollte es nicht verlängern
das außergewöhnliche ist dass in den
ersten fünf monaten diesen jahres die
anzahl der insolvenzen zurückgegangen
ist trotz kroner krise in der grund ist
natürlich das von ihnen angesprochene
deadline bis ende september können
unternehmen jetzt diese insolvenz
anmelden meine ganz große sorge ist dass
wir im augenblick diesen blinden fleck
in der diskussion haben dass wir nicht
realisieren dass wir im zweiten halbjahr
nach september eine große welle von
unternehmensinsolvenzen sehen werden und
dass wir da nicht darauf gut vorbereitet
sind und deshalb denke ich muss man sich
jetzt ehrlich machen man muss wirklich
verstehen wo liegen die probleme welche
unternehmen brauchen hilfe bei welchen
unternehmen macht es vielleicht keinen
sinn mehr zu ehrlichkeit gehört dazu
dass der staat natürlich nicht alle
unternehmen retten kann und meine große
sorge ist in der tat dass wir hier eine
welle von unternehmensinsolvenzen sehen
werden und dass das die deutsche
wirtschaft noch mal sehr hart treffen
könnte

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