SYNAGOGEN-ANSCHLAG von HALLE: Prozess gegen 28-jährigen Attentäter beginnt Dienstag

Von WELT Nachrichtensender
Veröffentlicht am 20.07.2020


ganz anderes thema neun monate ist der
anschlag von halle nun her vor neun
monaten versuchte stefan b schwer
bewaffnet in die synagoge in halle
einzudringen um dort feiern die jüdische
gemeinde zu töten
das ist eben slogan auf seiner flucht
tötete er eine passantin und einen gast
in einem döner-imbiss morgen beginnt der
prozess gegen den rechtsextremen vor dem
oberlandesgericht naumburg das interesse
von öffentlichkeit und medien aber ist
so enorm
aus platz und sicherheitsgründen wird in
magdeburg verhandelt schon heute wird es
dort auch eine pressekonferenz geben
lehrpreis berichtet die tage nach dem
anschlag sind gekennzeichnet von trauer
und fassungslosigkeit hunderte
versammeln sich vor der synagoge in
halle um ein zeichen gegen
antisemitismus zu setzen
gemeinsam der opfer zu gedenken am 9
oktober während der feierlichkeiten zum
höchsten jüdischen feiertag jom kippur
versucht stephan b ausgerüstet mit acht
schusswaffen und mehreren sprengsätzen
in die synagoge im paulusviertel
einzudringen
auf dem kopf trägt er eine kamera mit
der er seine taten live ins internet
überträgt sein ziel ein massaker
anzurichten
insgesamt 52 menschen befinden sich in
dem jüdischen gotteshaus bank um ihr
lieben doch die türen halten selbst dem
sprengstoff stadt bundesweit sehr gut
bekannt ist hat uns gerettet und den
attentäter nicht reingelassen frustriert
über das scheitern seines plans
erschießt stephan b auf offener straße
eine 40-jährige frau und tötet in einem
döner-imbiss 21 jährigen auf seiner
flucht verletzt er zwei weitere menschen
schwer
die polizei kann ihn erst stoppen
nachdem er mit einem geklauten auto
einen unfall baut
später legt stefan b ein umfassendes
geständnis ab sein motiv hass auf juden
und ausländer wir alle wissen
wir sind nur sehr knapp einem
schrecklichen angriff auf die menschen
in der synagoge entgangen
und es hätte noch sehr viel mehr opfer
geben können
doch wie konnte es soweit kommen der
heute 28 jährige lebte zurückgezogen in
sachsen anhalt bei seiner mutter und war
den sicherheitsbehörden nicht
aufgefallen er gilt als isolierter
einzeltäter der sich vor allem in foren
und chaträumen im internet aufgehalten
haben soll
hier findet er wohl auch die pläne aus
denen er seine waffen selbst
zusammenbaut
die rolle von gleichgesinnten im
internet steht auch für die
generalstaatsanwaltschaft im mittelpunkt
gab es andere vielleicht auch nur über
das netz die mit ihm vorher in kontakt
getreten waren
personen die ihn vielleicht animiert
angestachelt oder ähnliches haben ab
morgen muss sich stefan b vor gericht
verantworten wegen des großen
medienandrangs und der verschärften
sicherheitsvorkehrungen finden die
verhandlungen im landgericht magdeburg
statt
auch die 50 nebenkläger darunter
angehörige der opfer und mitglieder der
jüdischen gemeinde wollen in erster
linie erfahren wie sich der 28-jährige
der erde radikalisieren und bewaffnen
konnte darüber wollen wir sprechen dann
jeder will für uns in magdeburg daniela
es gibt ja viele facetten an diesem fall
schauen wir zunächst auf den täter was
weiß man darüber wie hat er sich
radikalisiert
das ist natürlich die frage die vor
allem ab morgen auch die richter
beschäftigen wird denn er ist ja vorher
nie auffällig gewesen man weiß aber
inzwischen aus den ermittlungsakten des
generalbundesanwalt das also auch aus
befragungen seiner weggefährten
familienmitglieder lehrer dass er
relativ früher also schon zu
teenagerzeiten als einzelgänger
aufgefallen ist dass man ihnen
regelrecht hat zwingen müssen zu
sozialen kontakten aber eben auch dass
er sehr sehr früh mit
verschwörungstheorien ja mehr oder
weniger um sich geworfen hat er hatte
wohl sorge dass er über ein smartphone
abgehört werden könne von der politik
und zum beispiel eben auch sein
pflichtverteidiger der hat inzwischen
gesagt er sei jemand der seine eigene
misere schwer akzeptieren könne also
andere schuldige dafür suche ich glaube
an größere kräfte im verborgenen die
aber sehr einflussreich sein und eben
auch einfluss auf die politik hätten und
vor allem der flüchtlings andrang 2015
der habe dann sozusagen ein schalter bei
ihm um gelegt da sei es so gewesen dass
er sich vermehrt fremdenfeindlich
positioniert habe gesagt habe dass sein
viele junge männer die jetzt nach
deutschland kämen und den weißen die
frauen wegnehmen
ja und der anschlag im neuseeländischen
christchurch den habe er vor allem dann
eben auch als vorbild für seine taten
genommen dann lasst uns auch über die
betroffenen über die opfer wir das ziel
seine attacke sprechen die jüdische
gemeinde in halle wie geht die
inzwischen neun monate später mit diesem
attentat um wie muss man überhaupt auch
die bedrohungslage der jüdischen
gemeinde sehen ja ich könnte mir
vorstellen dass in der jüdischen
gemeinde weiterhin bei eben
festlichkeiten wie zum beispiel yom
kippur das war ja dieses versöhnungsfest
bei dem der anschlag dann auch stattfand
dass man das eben mit einer gewissen
angst im nacken nur noch durchführen
kann man muss allerdings auch sagen die
jüdische gemeinde die hatte im vorfeld
auch versucht auf sich aufmerksam zu
machen hat offensichtlich ihre eigene
bedrohungslage dann deutlich anders
wahrgenommen als die politik als die
polizei vor ort inzwischen weiß man wohl
also dass da von der jüdischen gemeinde
auch polizeischutz angefordert wurde
aber das nicht für nötig gehalten wurde
und jetzt ist natürlich auch die
gesellschaftliche debatte gerade um
antisemitismus in deutschland noch mal
mehr entflammt das heißt neben der
politischen ebene neben der rechtlichen
ebene geht es jetzt sicherlich auch um
eine gesellschaftliche diskussion und
darüber haben wir auch noch mal
gesprochen mit dem vorsitzenden der
jüdischen gemeinde in halle
antisemitismus
steigt dass es kein geheimnis das wissen
alle antisemitismus ist gefährlich auch
gefälliger geworden also auch anders
geworden
die semitismus also ich bin schon seit
20 jahren vorsitzender und es war nicht
so dass vor 20 jahren war das wesentlich
besser aber antisemitismus ist nicht nur
konnte die tief sondern auch qualitativ
anders geworden
ja und eben der vorsitzende der
jüdischen gemeinde der ja auch bei dem
anschlag während des anschlages in der
synagoge war der hat uns auch noch mal
sehr eindrücklich geschildert was das
für ein emotionaler nervenaufreibender
beängstigen der moment war und er tritt
unter anderem auch als nebenkläger in
dem prozess an der morgen beginnt und
das ist ja eine ganz große menge also
über 40 nebenkläger sind dass das heißt
es wird sicherlich für die auch ein sehr
emotionaler prozess der da beginnt

0 Kommentare

Kommentare