Neue Corona-Maßnahmen in Österreich: Pressekonferenz von Kanzler Kurz

Von WELT Nachrichtensender
Veröffentlicht am 21.07.2020


wir haben in den letzten wochen einen
anstieg der korona neuinfektionen in
österreich erlebt wir haben auch diese
magische schwelle die wir uns selbst
gesetzt haben
der dreistelligen neuinfektionen täglich
überschritten mittlerweile jetzt wieder
eine etwas verbesserte situation aber
wir sind in einem bereich gekommen der
zwar zu erwarten war aber der trotzdem
alles andere als ideal ist wir haben bei
einer pressekonferenz im ähnlichen
format vor vielen wochen gesagt werfen
sie die maske nicht weg wir werden sie
nicht brauchen und genau in dieser
situation sind wir jetzt wieder
angekommen wir sind ja oft gefragt
worden wie wird sich die krone situation
entwickeln gibt es eine zweite welle
gibt es eine dritte welle und ich habe
in unserem letzten gespräch versucht den
begriff der ziehharmonika zu bemühen
also ein ständiges auf und ab ein
fortschritt und dann wieder ein
rückschlag eine positive entwicklung und
dann wieder eine negative entwicklung
ein lockern immer wenn es möglich ist
aber auch ein zurücknehmen der
lockerungen wenn es notwendig ist das
motto in unserer arbeit bleibt nach wie
vor das gleiche nämlich so viel freiheit
wie möglich soviel einschränkungen wie
notwendig und wir sind jetzt an einer
situation angelangt wo wir doch
zusätzliche verschärfung schritte setzen
müssen nach wie vor auf einem moderaten
niveau aber doch es sind drei bereiche
über die ich kurz sprechen möchte und
ich darf da an den gesundheitsminister
unternehmen minister übergeben um hier
im detail auch noch einmal die schritte
zu erläutern nicht beginnen vielleicht
zu werden
mit dem einsetzen um eine ausbreitung zu
verhindern wenn sie sich die cluster in
österreich anschauen dann merken sie
dass wir insbesondere ein problem haben
was die einschränkungen durch das
ausland und da ganz besonders die
balkanregion betrifft ein großer teil
der neu infizierten in österreich steht
im direkten austausch oder zusammenhang
mit einschränkungen von bikern
neuinfektionen und das bedeutet dass wir
hier weitere maßnahmen zur verschärfung
an der grenze setzen werden
wir haben alle reise warnstufe es gibt
für diese region schon ausgeschöpft wir
haben schon dringend darauf hingewiesen
reisen in diese region zu unterlassen es
gibt bereits jetzt die pflicht zur
heimquarantäne wenn man als österreicher
in die region reist und dann nach
österreich wieder zurückkehrt aber wir
haben trotzdem zu viele fälle die hier
leider gottes probleme in österreich
auslösen und daher während der
gesundheitsminister und der
innenminister noch auf die verschärften
maßnahmen eingehen es wird in zukunft
notwendig sein sich mit einem pcr-test
frei zu testen
es wird nur noch möglich sein
zertifizierte labore in der region zu
besuchen die auch in österreich
anerkannt sind
die grenzkontrollen gemeinsam mit der
gesundheit werden noch einmal deutlich
verschärft und auch die quarantäne wird
noch stärker kontrolliert werden
das sind maßnahmen die notwendig sind um
diese einschleppung zu reduzieren und
ich darf noch einmal appellieren bitte
unterlassen sie in diesem sommer reisen
in diese region
ich verstehe die menschliche
verbundenheit ich verstehe die nähe die
wir zu dieser region haben es ist eine
region die mir persönlich auch sehr am
herzen liegt aber es ist leider derzeit
die epidemiologische entwicklung in
dieser region eine sehr sehr schlechte
in diesem zusammenhang haben wir immer
wieder auch starke ausbrüche bei
religionsgemeinschaften mit bezug zur
risikogebieten erlebt gewisse
freikirchen jetzt die orthodoxe kirche
in wien
ich darf mich der bedanken bei der
zuständigen kanzleramts ministerin
zusammen ergab die in den letzten tagen
in intensiven kontakt mit diesen
religionsgemeinschaften warnt hier
vereinbart hat dass der mund nasenschutz
in diesen messen wiederverwendet wird
die gottesdienste reduziert werden bzw
auf ein minimum zurückgefahren werden
und gleichzeitig sobald es einen
positiven fall gibt sofort die
jeweiligen kirchen geschlossen werden
ich danke explizit den
religionsgemeinschaften für die gute
kooperation und für die bereitschaft
hier einen beitrag zu leisten damit wir
alle die situation in diesen betroffenen
gruppen noch besser in den griff
bekommen
neben den maßnahmen die wir jetzt setzen
um die ausbreitung zu reduzieren haben
wir uns zu einer zweiten maßnahme
entschieden um besonders
schutzbedürftige besser zu schützen was
meinen wir damit es gibt bereiche des
täglichen lebens wo man sich nicht
aussuchen kann ob man hingeht oder nicht
der supermarkt die bank das postamt das
sind bereiche wo man hin muss was keine
freiwilligkeit gibt ob man hingeht oder
nicht sondern jeder muss dorthin egal ob
alt oder jung egal ob risikogruppe oder
personen die generell mit leichten
symptomen nur zu rechnen haben wenn sie
sich anstecken sollten und wir haben uns
daher entschieden dass wir in
supermärkten in bankfilialen in
postfilialen in allen bereichen des
täglichen lebens wieder die mund
nasenschutz pflicht einführen einerseits
um menschen zu schützen die sich nicht
aussuchen können ob sie dort hin gehen
wollen oder nicht weil sie hingehen
müssen
und zum zweiten weil wir wissen dass die
maske natürlich auch einen symbolischen
effekt hat je mehr sie aus unserem
alltag verschwindet desto stärker wird
die sorglosigkeit
je mehr sie aus unserem alltag
verschwindet desto unbeschwerter wird
wieder alles und wir wollen natürlich
ein unbeschwertes leben für uns alle
aber solange es keine impfung oder ein
medikament gibt solange müssen wir uns
bewusst sein dass es nach wie vor die
krankheit gibt nach wie vor
infektionsgefahren gibt und das
abstandhalten handhygiene all das
weiterhin wichtig ist und hier hat
natürlich der mund nasenschutz auch
einen wichtigen symbolischen effekt
dritter punkt maßnahmen an denen gerade
gearbeitet wird das
gesundheitsministerium arbeitet ein
ampelsystem um regional auch möglichst
zielgerichtet vorgehen zu können wir
werden nächste woche beim
sommerministerrat hier gemeinsam einen
weiteren schritt setzen können ich halte
es für wichtig dass wir dieses anderes
system zügig auf den boden bringen da es
verhindert dass in österreich ein
fleckerlteppich entsteht es muss auf
regionale ausbrüche regional reagiert
werden
aber das sollte eine bestmögliche
bundesweit abgestimmt und einheitlich
sein
zweiter punkt wir müssen noch besser und
schneller werden bei den testungen wir
haben immer wieder fälle wo die menschen
zu lange warten müssen wenn sie 14 50
anrufen wir haben immer wieder fälle wo
es zu lange dauert bis es ergebnisse
gibt wir haben hier vereinbart dass wir
noch einmal gesundheitsministerium mit
den bundesländern mit den
landeshauptleuten diese woche auch die
gespräche intensivieren wollen damit wir
hier noch besser werden das ist jetzt
schon unangenehm wenn etwas nicht
funktioniert aber je stärker der herbst
nahe rückt je mehr sich unsere kontakte
wieder von draußen nach drinnen verlegen
desto größer werden die
herausforderungen für unsere systeme
wieder werden und da gilt es besser zu
werden
dritter punkt gesundheitsministerium und
innenministerium arbeiten an einem
prequel clearing system das halte ich
für eine sehr sehr wichtige maßnahme
wird noch genauer erläutert werden
auch eine bessere datengrundlage zu
haben wenn reisetätigkeiten in
risikogebiete stattfinden damit die
personen noch treffsicherer kontaktiert
und informiert werden können damit aber
auch quarantäne und anderes oder
testungen besser kontrolliert werden
können
das ist ein sehr aufwendiges projekt an
dem hier gearbeitet wird vom gesundheits
und innenministerium aber aus meiner
sicht ein sehr wichtiges
zusammenfassend maßnahmen um den
ausbruch zu reduzieren
zum zweiten der mund nasenschutz um alle
zu schützen
bei tätigkeiten des täglichen bedarfs
und um auch eine stärkere
bewusstseinsbildung wieder zustande zu
bringen und zum dritten
auch maßnahmen an denen gearbeitet wird
die uns insbesondere im herbst dann noch
verstärkt schützen sollen
vielen dank

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