Ägypten und die Angst vor dem Ausbleiben der Touristen

Von ZDFheute Nachrichten
Veröffentlicht am 24.07.2020


es ist diese stille diese ruhe die
irritiert 20.000 touristen pro tag
bestaunen sphinx und pyramiden von gizeh
zu normalen zeiten und nun nichts carola
wiegen seit monaten schon keine besucher
kein geld es ist eher tägliche
gewohnheit dass gamal hier eine runde
dreht damit seine kamele in bewegung
bleiben nicht einrosten wie er sagt und
fit bleiben für den tag an dem die
touristen wiederkommen
irgendwann einmal gewiss vor vier
monaten hatte ich den letzten kunden
ich bin nun 45 jahre alt das hat immer
mal krisen gegeben aber so etwas wie
jetzt das habe ich noch nicht erlebt es
ist schwer sehr schwer
15 kamele hatte gamal vor der krise drei
sind ihm geblieben
um das geld für futter zu sparen und vor
allem auch um die eigene familie
durchzubringen hat er zwölf zum metzger
gebracht es sei ihm nichts anderes übrig
geblieben sagt er
es sei eine tragödie trifft sich
ziemlich hart wenn du kamele verkaufen
muss für mich ist so ein tier wie ein
freund aber was willst du in so einer
krise anderes machen
es tut weh weil wir sie hergeben muss
obwohl das gar nicht will
in kairos islamischen basar khan al
khalili schwankt die stimmung bei
andenken verkäufern wirken wie zwischen
tiefer zweifelt und dem schicksal
reagieren
sie sind von corona doppelt getroffen
wie alle hier im land die vom tourismus
leben
im frühjahr sind die urlauber aus europa
asien und amerika ausgeblieben jetzt die
araber vom golf ägyptische touristen
sind dieses jahr sowieso ein
totalausfall sagt jutta diel hassan die
meint er habe nun ganz andere sorgen
keine touristen keine ägypter nichts
alle ägypter müssen zuerst mal essen
sie kaufen keine präsente gekauften
lebensmittel brot und das da ist nicht
wichtig für 20 dollar hat das früher
gekostet jetzt verkaufe ich sie für acht
dollar
eine gibt es das produkt garantiert
handgefertigt mohamed ahmad will seine
waren auch unter einkaufspreis verkaufen
hauptsache geld kommt in die kasse was
wie ein alter händler trick klingt ist
in ägypten derzeit bittere realität
traumstrände zu traumhaft günstigen
preisen am roten meer wie am mittelmeer
bilder wie aus einer reise werbung aber
menschenleer
corona diese pandemie ist für ägypten
wie eine heimsuchung eine million lebt
direkt vom tourismus mit zulieferern
werden es doppelt so viele sein
weil das so wichtig ist für das land
inspiziert khalid al almani
superminister für tourismus und
antiquitäten derzeit persönlich wie
hotels strenge hygienevorschriften
umsetzen
eine hygiene offensive ohnegleichen soll
nun zeigen dass ägypten reisen auch ohne
ansteckungsgefahr machbar sind es sind
auch die reisewarnungen des auswärtigen
amtes die deutsche touristen fern halten
wir haben der deutschen seite unsere
maßnahmen gezeigt wenn sie noch
schärfere vorschriften wollen die ihr
setzen sie um
ich sage ihnen wenn die deutschen ins
ausland reisen wollen dann werden sie
zuerst nach ägypten kommen und erst dann
geht es anderswo her
in den großen ressorts am roten meer und
an der nordküste mögen die riesigen eine
corona infektion für touristen
überschaubar sein
auch solange keine partys tor jedoch 100
prozent sicherheit gibt es nicht
aber dort wo das wahre leben spielt in
kairos drangvolle enge beispielsweise
wird es schwieriger sein eine ansteckung
aus dem weg zu gehen
dr mag die und kollegen kennen das
problem
zwar gehen die offiziellen zahlen über
neue infektionen zurück zuletzt haben
sie sich sogar halbiert ärzte allerdings
beobachten etwas anderes jetzt haben wir
viel mehr fälle aber in einer sehr
milden form
viele leute haben nicht die typischen
symptome sie fühlen diese krankheit
nichts mehr das ist sehr gefährlich
sie sind sehr infektiös und sie wissen
nicht dass sie sich definieren müssten
um die ausbreitung der infektion zu
stoppen
die auswirkungen der korona krise auf
ägyptens wirtschaft sind verheerend in
der siebten generation seit über 200
jahren betreiben die elf babys ihr café
in calbe nie sagen sie hier hätten sie
über monate ihr haus schließen müssen
wie beim lockdown zuletzt während der
revolution hatten wir vielleicht ein
paar tage zu nicht für lange es war halt
betrieb die leute sind gekommen auch
touristen auch während der revolution
aber das jetzt ist beispiellos
sie würden ihre pferde verkaufen sagen
uns die kutsche an den pyramiden nur
damit ihre familien was zu beißen haben
aber es lohnt sich nicht da alle ihre
tiere verscherbeln wollen sind die
preise im keller
und so warten sie auf touristen
aussichtslos dieser tage und wie sie
sagen reiner gewohnheit wiegen

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