WELT INTERVIEW: Arbeitsmarkt - "Ich glaube, wir haben das Schlimmste hinter uns"

Von WELT Nachrichtensender
Veröffentlicht am 31.07.2020


und wir vertiefen das thema mit timo
wolters häuser
wirtschaftswissenschaftler vom
ifo-institut ich grüße sie ja einen
schönen guten tag haben wir dann am
arbeitsmarkt jetzt das schlimmste schon
hinter uns
ja ich glaube wir haben das schlimmste
schon hinter uns die zahlen die sie
jetzt gezeigt haben haben natürlich ein
bloß angezeigt aber das ist jetzt im
sommer gar nicht so ungewöhnlich wenn
man sozusagen die saison bereinigten
zahlen sich anschaut dann haben wir im
juli jetzt den ersten rückgang seit der
korona krise und das ist denke ich ein
gutes signal also ich denke wir haben
den hochpunkt am arbeitsmarkt erreicht
und durften jetzt in den nächsten
monaten dann einen weiteren rückgang bei
den arbeitslosenzahlen sehen er bei
etlichen konzern droht aber erst noch
einen stellenabbau bei daimler galeria
karstadt kaufhof airbus continental und
der commerzbank kommt die
entlassungswelle womöglich jetzt erst
das ist sicherlich etwas was wir im
winterhalbjahr dann zu spüren bekommen
denke jetzt rein aus konjunktureller
sicht wird erstmal die arbeitslosigkeit
etwas runter gehen wenn ich viele
unternehmen fahren ihre produktion
wieder hoch umsätze steigen wieder
das sieht man schon deutlich gerade im
handel der läuft doch insgesamt
eigentlich recht gut auch in anderen
bereichen sehen wir doch wieder ganz
ordentliche umsätze das heißt das für
sich genau erfüllt erstmal dazu dass
menschen wieder eingestellt werden aber
es ist natürlich richtig im
winterhalbjahr
da wird eine insolvenz werde auf uns
zurollen das ist ja etwas verhindert
worden durch staatliche maßnahmen
insbesondere das denke ich würde den
rückgang der arbeitslosigkeit dann im
winterhalbjahr auf jeden fall wieder
bremsen und das trifft die branchen
unterschiedlich hart welche sind denn am
stärksten betroffen und welche kommen
bislang ganz gut durch die krise
recht stark betroffen sind natürlich nur
ein die bereiche die nach wie vor ohne
den corona beschränkungen leiden das ist
die gastronomie das ist die rotary auch
dort sehen wir zum beispiel ist der
anteil der unternehmen die nach wie vor
kurzarbeit fahren noch immer recht gross
schwer tut sich derzeit auch die
industrie dort ist die lage aber noch
nicht wieder gut
weit davon entfernt auf dem
vorkrisenniveau zu sein auch dort ist
der anteil der kurzarbeitenden
unternehmen auch noch recht groß ich
denke da müssten jetzt in den nächsten
monaten neue aufträge reinkommen es gibt
erste anzeichen dass die unternehmen
wird optimistisch sind
weil auch die weltkonjunktur allmählich
wieder anziehen
aber das sind derzeit noch so die
bereiche die am stärksten von der krise
betroffen sind
im april hatte die zahl der menschen in
kurzarbeit noch bei 6,1 millionen
gelegen im juli bei 190.000 menschen
damit ist die zahl deutlich
zurückgegangen funktioniert die
kurzarbeit also um den schock abzufangen
ihrer meinung nach ja das war absolut
ein wichtiges instrument die größte teil
der anpassung bei den unternehmen ist
tatsächlich über kurzarbeit erfolgt
das gute an diesem instrument ist eben
dass sobald sie wieder produzieren
können die unternehmen ihre waren und
dienstleistungen
fahren sie einfach die stunden der
arbeitnehmer hoch und sehr natürlich
extrem schwierig für die unternehmen
wenn sie die menschen weil sie sie
vorher entlassen hatten wieder auf dem
arbeitsmarkt suchen müssten
insofern denke ich war das ein gutes
instrument zu instrument was den
unternehmen eine deutliche entlastung
gebracht hat während der krise und
natürlich auf der anderen seite den
arbeitnehmerinnen und arbeitnehmer ihre
einkommen weitgehend stabil gehalten hat
und wer all das möglich ohne die
riesigen konjunkturprogramme pakete der
regierung und die billionen der
notenbanken gegen die wirtschaft gepumpt
wurden
naja das war ja teil des
konjunkturprogramms die kurzarbeit
auszuweiten
die bezugsdauer zum beispiel zu
verlängern oder eben auch die in
einkommens
die zahlungen zu erhöhen teilweise auch
bis zu 80 prozent des letzten einkommens
ich denke das war schon wichtig um zb
eben an der stelle
die einkommen der haushalte zu
stabilisieren damit eben die krise nicht
noch dadurch verstärkt wird dass die
menschen plötzlich kein einkommen haben
und es war natürlich wichtig auch die
unternehmen am leben zu erhalten nicht
ich meine auf der einen seite für bietet
der staat den unternehmen die produktion
die produktion von waren und
dienstleistungen in gastronomie musste
geschlossen werden
viele einzelhandelsgeschäfte mussten
ihre ihre ihre türen schließen
und es ist natürlich dann auch die
pflicht des staates hier
diese unternehmen am leben zu erhalten
die maßnahmen waren wie ich die dinge
haben schlimmeres vermeiden können
meine letzte frage kurz zum schluss ist
diese wirtschaftskrise denn die
schlimmste seit 1929 wie immer wieder
gesagt wird ist auf jeden fall die
schlimmste krise in der
nachkriegsgeschichte in der deutschen
nachkriegsgeschichte
das ist die eigentlich auf jeden fall
klar stellt vermutlich die
weltfinanzkrise 2008 2009 auch in den
schatten und von der größenordnung denke
ich komme auf jeden fall was jetzt die
einen die zahlen betrifft schon in das
was wir damals während der
weltwirtschaftskrise in den 1920 er
jahren haben also es ist eine der
größten krisen die wir hier in
deutschland haben sagt tino häuser
vielen lieben dank für dieses gespräch
gerne

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