WELT INTERVIEW: Exit-Plan für Corona-Maßnahmen - Wirtschaft würde es sich wünschen

Von WELT Nachrichtensender
Veröffentlicht am 14.04.2020


zugeschaltet ist mehr als professor
marcel fischer präsident des deutschen
instituts für wirtschaftsforschung hat
der vater eine famose hervor zeigen
diesen tagen diskutieren wir vor allen
dingen über lockerungen in österreich da
gibt es schon die ersten für den
einzelhandel im stark betroffenen
spanien ja auch hier in deutschland wird
noch immer nach der richtigen strategie
gesucht aber diskutiert wird zumindest
über schrittweise öffnungen für den
einzelhandel wie wichtig während diese
ersten schritte aus wirtschaftlicher
sicht
aus wirtschaftlicher sicht wäre es
natürlich wünschenswert so schnell und
bald wie möglich wieder beginnen zu
können und die wirtschaft wieder
hochzufahren aber natürlich ist auch die
gefahr dabei dass wenn man das zu
schnell macht das ist dann eine zweite
welle gibt dass man dann wieder ein
shutdown hat also wieder eine stärkere
maßnahmen ergreifen muss und aus
wirtschaftlicher sicht wäre das
natürlich der super gau wenn man jetzt
nicht viel mühe gibt die wirtschaft
wieder hochzufahren das geschäft wieder
zu öffnen wieder los zu fahren und dann
in vier oder acht wochen wieder alles
stoppen also hier muss man genau abwägen
das risiko zu schnell zu früh zu beginn
ist da deshalb muss man hier sehr genau
überlegen welche maßnahmen umsetzt
deswegen soll es ja auch schrittweise
beginnen und erst mal für ausgewählte
branchen formulieren was man so über das
bedeutet viele unternehmen die müssen
erst einmal weiterhin mit diesem
schatten leben
wie lange hält dass die wirtschaft noch
aus für viele unternehmen ist es
schwierig das mehr als sechs oder acht
wochen durchzuhalten viele vor allem
kleinere unternehmen kommen dann
irgendwann insolvenz probleme
natürlich hat der staat die
bundesregierung aber auch die länder
gerade den kleinen unternehmen natürlich
starke unterstützung auch
liquiditätshilfen gegeben aber das
ersetzt natürlich kein solvenzproblem
oder das löst keine solvenzproblem wenn
die unternehmen eben nicht wieder kunden
und nicht wieder umsätze haben dann
werden sie früher oder später in eine
insolvenz getrieben deshalb würde ich
auch sehr davor warnen
eine unterscheidung zwischen guten und
schlechten branchen zu machen sozusagen
die branchen dürfen wieder produzieren
und die nicht es müssen alle branchen
alle unternehmen wieder eine chance
haben
langsam und vorsichtig also dass man das
risiko begrenzt wieder starten zu können
dass er würde ich hier sehr warnen so
eine unterscheidung machen zwischen
guten und schlechten branchen schon
angesprochen dieses hilfspaket der
bundesregierung das beruht ja maßgeblich
auf den krediten die einfach noch mehr
schulden bedeuten das heißt selbst wenn
die krise irgendwann ausgestanden ist
haben die unternehmen massive schulden
aufgehäuft kann das wirklich der
richtige weg sein oder was wäre
vielleicht ein besserer oder ergänzender
weg ja natürlich für muss der staat auch
versuchen erstens den unternehmen
konkret oder die arme zu greifen mit
nicht nur mit krediten oder mit
liquiditätsgarantien sondern auch mit
transfers das tut der staat bei den
kleinstunternehmen bis zu zehn
mitarbeiterinnen mitarbeitern bekommen
wir viele unternehmen direkte
finanzhilfen also transfers das kann man
für mittelständische und große
unternehmen praktisch nicht machen wie
große unternehmen kann der staat sich
beteiligen aber für viele mittelständler
ist weder das eine noch das andere
option also es wird nichts an schulden
vorbei führen wichtig ist wenn die
wirtschaft wieder hochfährt
dass dann auch die nachfrage zurück
kommen dass die unternehmen dann
wirklich wieder umsätze haben wieder
geld verdienen können um diese schulden
abzubauen
das heißt auch jetzt nach dieser ersten
akuten phase ist es wichtig dass der
staat mit einem konjunkturprogramm auch
die nachfrage stabilisiert so dass die
unternehmen wieder umsetzen wichtig wie
wichtig ist deswegen eben auch eine
einigung auf internationaler ebene
wir dürfen nicht vergessen deutschland
lebt nicht auf eine insel der isolation
ist es wichtig dass europa aus der krise
kommt italien und spanien
und eben wie auch angesprochen wurde vom
internationalen währungsfond wir dürfen
nicht vergessen die schwächsten länder
die entwicklungs und schwellenländer
haben die größten risiken
und wenn es dort eine schuldenkrise der
finanzkrise geben sollte dann werden
auch wir deutschen leiden also deshalb
ist es wichtig hier eine koordinierte
starke und überzeugende internationale
antwort zu finden

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