Das neue Frühwarnsystem? Coronaviren im Abwasser | Abendschau | BR24

Von BR24
Veröffentlicht am 05.08.2020


Hier im Abwasser der Kläranlagen – auch
hier sind Corona-Viren zu finden.
Und daraus will Prof Jörg Drewes ein Frühwarnsystem entwickeln, wo sich Infektionen häufen.
Dazu untersucht er die DNA des neuartigen
Corona-Virus im Abwasser.
„Ja ist relativ früh, dass es tatsächlich
anfängt im Stuhlgang aufzutreten, wenn die
Symptome sich auch noch nicht ganz entwickelt
haben.
Wichtig ist dabei auch, dass dieses Ausscheiden
anhält, selbst wenn die Symptome wieder schwächer
werden.
Zum Teil bei Kindern bis zu mehrere Wochen,
nachdem die Symptome abgeklungen sind, scheiden
die Kinder das noch aus“
Für die Studie sammelt er aus sechs Kläranlagen
in Bayern Abwasser-Proben.
In München, Augsburg, Erlangen, Starnberg,
Freising oder auch hier in Weiden.
Einmal in der Woche werden 80 Milliliter Abwasser aus dem sogenannten Zulauf entnommen.
„Gestern ist der Probenehmer aufgestellt
worden. Und es ist eingestellt worden,
dass er viertelstündlich eben Proben zieht.
Und dann haben wir eine 24-Stunden-Mischprobe,
zeitproportional“
Minus 20 Grad tiefgefroren wird sie dann nach
München an die TU gebracht.
Hier schauen sich die Wissenschaftler an,
wie stark das Corona-Virus vorkommt im Abwasser,
über die Zeit.
„Und wenn tatsächlich dort ein Trend sichtbar
wird, dass sich was ändert.
Dann können wir natürlich auch näher hinschauen.
Wir können in die Kanalisation gehen, wir
können zurückverfolgen bis in einzelnen
Straßenzüge oder Stadtbezirke und schauen,
ob es ein lokaler Herd ist, der dort greift
oder ob es eine flächendeckende Infektion
ist“
Die Wissenschaftler wollen derzeit heraus
finden, wie sich das neuartige Virus abbaut
in der Kanalisation.
Mit den Erkenntnissen könnte man auch eine
Prognose von Infektionszahlen erstellen.
Vorteil: das Ganze ginge viel schneller, als
wenn ein Patient mit Symptomen zum Arzt geht,
ein Corona-Test ausgewertet wird und die Infektion
dann bei den Behörden erfasst wird
„Und wir erfassen natürlich auch die Gesamtheit
alles Ausscheider oder Patienten, auch die die
asymptomatische Symptome haben, die normalerweise
gar nicht zum Arzt gehen würden und sich
testen lassen.
Die werden auch erfasst“
Die Studie dauert noch einige Wochen, Möglicherweise
können die Verfahren dann flächendeckend
angewendet werden.

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