WELT INTERVIEW: So sollte Deutschland weiter gegen den Coronavirus ankämpfen

Von WELT Nachrichtensender
Veröffentlicht am 15.04.2020


der professor biesler die experten der
helmholtz gemeinschaft haben eine
analyse erarbeitet in der sie welches
weitere vorgehen darlegen
wir haben eine analyse erarbeitet die
die stellung der leopoldina in zwei
punkten versucht zu vertiefen der erste
punkt ist wir glauben für das weitere
vorgehen ist es enorm wichtig dass wir
die so genannte reproduktions zahl der
viren also die zahl derer die von einem
erkrankten angesteckt werden wirklich
streng kontrollieren und unter einen
wert von 1 drücken dann kann die
infektion nämlich unter kontrolle
gehalten werden und das zweite was wir
vorschlagen ist dass wir alle daten die
wir zu dieser infektion haben künftig
sehr viel stärker in modelle einpflegen
um tagesaktuell beurteilen zu können wo
stehen wir und wie ist die weitere
entwicklung zu erwarten wir haben mit
diesen modellen drei mögliche szenarien
durchgerechnet
für die momentane situation das erste
szenario wäre zu sagen wir öffnen jetzt
breit geben also ein großteil der
momentanen kontrollmaßnahmen auf das
würde dazu führen dass das virus sich
relativ rasch wieder ausbreitet mit
großer wahrscheinlichkeit würde unser
gesundheitssystem massiv überlastet
werden ich denke das ist ein szenario
das kann keiner von uns verantworten
szenario 2 wäre jetzt relativ schnell
schrittweise bereits zu öffnen
in einer phase wo diese virus
reproduktions zahl immer noch leicht
über 1 liegt auch da haben wir eine
gewisse skepsis weil wir befürchten
solange wir diese infektionsraten haben
werden wir sehr lange mit dieser
infektion zu kämpfen haben und müssen
über lange zeit die kontrollmaßnahmen
auch aufrechterhalten die ja so intensiv
diskutiert werden
das szenario 3 sieht vor dass wir
zunächst noch für etwa drei wochen
streng kontrolliert bleiben so wie wir
es heute sind in der erwartung dass dann
diese reproduktions zahl auf deutlich
21 gedrückt werden kann sodass die
infektions dynamik nochmals erheblich
abnimmt und dann würden wir raten
schrittweise zu öffnen und diese öffnung
streng zu kontrollieren sie vor allem zu
begleiten mit tests nicht nur mit
antikörper tests sondern insbesondere
auch mit antikörper test sind wir wir
müssen wissen welcher teil der
bevölkerung ist bereits infiziert welche
menschen sind geschützt da haben wir zu
wenig informationen darüber empfehlung
bei diesem dritten modell das dritte
szenario wenn sie sagen dann muss noch
mehr und vielleicht auch anders getestet
werden haben wir überhaupt die
kapazitäten dafür hier im land die
kapazitäten sind im moment noch nicht
ausreichend sie werden aber von
verschiedenen akteuren massiv ausgebaut
es müssen auch neue tests noch
entwickelt werden dass eines der großen
forschungsprojekte die auch in der
helmholtz gesundheitsforschung laufen
neue verfahren zu entwickeln mit denen
wir diese antikörper auf breiterer front
sehr viel schneller entdecken können
aber diese entwicklungen sind im gange
das wird wenige wochen dauern
dann haben wir auch da noch ein größeres
arsenal und es gibt bereits tests die
angewandt werden können
ich glaube das braucht eine konzertierte
aktion aber diese daten müssen wir haben
sonst werden wir nie verstehen wo ich
den wir in der kontrolle und was ist der
nächste schritt in welper unternehmen
müssen so wißler haben ihre expertinnen
und experten sich auch gedanken darüber
gemacht über das eine thema was gerade
so massiv debattiert wird mit auch so
unterschiedlichen haltungen dazu nämlich
die schulen was machen wir mit den
schulen
fangen wir an mit den älteren fangen wir
an mit den jüngeren die leopoldina hat
ja gesagt lasst erstmal die grundschüler
anfangen das rkw wiederum sagt auf gar
keinen fall die sind überhaupt nicht in
der lage abstand zu halten was würden
sie vorschlagen also das thema schulen
haben wir nicht bearbeitet weil wir sind
ja eine organisation die primär
naturwissenschaftlich medizinische
ausgerichtet ist und zum beispiel nicht
in den erziehungswissenschaften
unterwegs was was die schulen angeht da
würde ich mich sehr viel stärker auf die
expertise der leopoldina stützen denn
wir haben in der leopoldina kollegen wie
herrn prenzel die an dieser
stellungnahme mitgearbeitet haben mir
ist aber völlig klar dass die frage wie
geht man mit schulen um letztlich von
der politik entschieden werden muss

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