Telefonieren im Knast: Häftlinge fordern mehr Zeit | Abendschau | BR24

Von BR24
Veröffentlicht am 28.09.2020


700 häftlinge verbüßen ihrer strafe in
der justizvollzugsanstalt straubing für
fünf stunden im monat dürfen sie besuch
erhalten telefonieren aber ist ihnen nur
für 20 minuten alle zwei monate erlaubt
aaron ist 32 jahre alt busfahrer von
beruf seit sechs jahren ist er in
straubing acht jahre hat er noch vor
sich lebenslänglich wenn er telefonieren
darf dann ruft er seine mutter an 20
minuten zeit und auch die intimität des
gespräches ist stark behindert weil der
vollzugsbeamte daneben sind sondern sich
mit hört besuch von seiner mutter aus
ulm bekommt auch einen straubing nicht
mehr
der weg ist soweit mein soziales umfeld
bricht weg sagt er damit auch gespräche
über gefühle sorgen ängste aber das
glück dass ich noch eine gute psychische
konstitution haus so dass ich damit
umgehen kann
andere leute die vielleicht labiler sind
die flüchten sich in drogen sie flüchten
sich in irgendwelche abgestumpftheit
dass man einfach dass man sich ab
trainiert überhaupt darüber zu sprechen
dass man so etwas überhaupt zulässt
telefonieren in der haft in bayern ist
das gesetzlich geregelt in artikel 35
des strafvollzugsgesetzes heißt es
gefangenen kann in dringenden fällen
gestattet werden fern gespräche zu
führen
aaron und seine mithäftlinge möchten
eine änderung dieses gesetzes erreichen
haben dafür eine online petition an das
bayerische justizministerium gestartet
sie möchten das telefonieren häufiger
erlaubt ist und soziale bindungen
aufrechterhalten zu können
das anliegen der häftlinge sei
menschlich nachvollziehbar sagt markus
hägele von der jva straubing allerdings
telefonate könnten auch missbraucht
werden
das wäre der bevölkerung nicht
vermittelbar wenn zum beispiel ein
pädophiler in einem telefongespräch aus
der haft heraus sich an weiteren
straftaten beteiligt wenn opfer von
straftaten verhöhnt würden deswegen
müssen wir schon genau aufpassen was
gesprochen wird und deswegen ist es
problematisch insofern als dass es
personalintensiver ist das durch eines
telefonates ist personalintensiver als
die durchführung eines besuches die
bayerische gesetzeslage ist in diesem
fall die strengste deutschlandweit
rechtsanwalt thomas scully aus augsburg
leitete früher selbst zwei jvs in
sachsen dort können häftlinge häufig
telefonieren
seit 2014 gibt es in einigen
bundesländern sogar die möglichkeit zu
skypen
das sind alles dinge die die spannungen
in den anstalten stück weit raus nehmen
die resozialisierung fördern die einen
menschenwürdigen umgang auch mit
straffälligen zum ausdruck bringen und
das sind alles dinge die funktionieren
und die nicht zu einer großen
sicherheitsgefährdung führen
die bayerische justiz sei in der pflicht
so thomas galli weiter sich in diesem
punkt an den anderen bundesländern zu
orientieren
aaron wird in acht jahren entlassen dann
ist der 40 wer bis dahin alle sozialen
kontakte weggebrochen sind sagt er wird
mein leben nach der haft noch schwerer

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