Corona-Medikamente: Noch keine eindeutigen Ergebnisse | report München | BR24

Von BR24
Veröffentlicht am 24.04.2020


weltweit wird fieberhaft nach einem
medikament gesucht um die
lungenkrankheit kobe 19 zu behandeln
nach aktuellsten meldungen sind 155
medikamente im rennen gegen das corona
virus zwei davon scheinen dabei im
moment aussichtsreich sie werden auch
hier bei uns in deutschland getestet
ulrich hartmann und till rüger haben
über wochen in kliniken recherchiert die
diese medikamente einsetzen ihr fazit es
gibt hoffnungsschimmer nicht mehr aber
eben auch nicht weniger
aufregung auf der intensivstation flug
ohne patienten im klinikum nürnberg
beunruhigende situation für den
patienten erwartet auf er weiß nicht wo
er ist wir sind vermummt und seen
komisch aus wir müssen jetzt einfach
versuchen die medikamente so
einzustellen bzw so zu adaptieren dass
der patient entspannt bach werden kann
intensiv krankenschwester nina neubauer
und ihre kollegen haben alle hände voll
zu tun
kurz vor ostern die intensivstation ist
gut belegt die genaue patientenzahl an
diesem tag wird uns auf wunsch der stadt
nürnberg nicht mitgeteilt
fakt ist alle corona patienten hier sind
intubiert werden beatmet und sind nicht
bei bewusstsein
man muss sagen wir verlieren viel mehr
patienten als wir es sonst bei
klassischen intensivpatienten verlieren
würden es sind bei uns im wesentlichen
patienten ohne relevante vorerkrankungen
gestorben und zwar nicht patienten die
man als alt bezeichnen würde
und sie sind nicht zu stabilisieren
in ihrer verzweiflung setzen auch die
ärzte in nürnberg auf heil versuche mit
medikamenten die als hoffnungsträger
gegen kobe 19 gelten aber dafür nicht
zugelassen sind
ein teil der intensivpatienten bekommt
hydrochlorid wien das als malaria und
rheumamittel bekannt ist dieses
medikament gibt es nur als tablette es
wird zerstoßen und über die magensonde
zugeführt die abwägung gebe ich so ein
medikament oder gebe ich es nicht ist
gar nicht so einfach
ich weiß nicht 100 prozent sicher wie
viel das medikament nutzen wird und
deswegen muss ich auf der anderen seite
aber auch sicherstellen dass ich den
patienten auf keinen fall schade das
darf ich nicht tun
[Musik]
am selben tag im klinikum rechts der
isar in münchen
hier nimmt das team des infektiologen
christoph spinner an einer studie für
den zweiten hoffnungsträger teil m die
sie wir ein wirkstoff der gegen ebola
entwickelt wurde
wir würden uns natürlich wünschen dass
wir ein medikament finden das antivirale
eigenschaften so gut sind dass das virus
in der vermehrung gehemmt wird und
deswegen der erkrankungsdauer und
schwere maximal gemindert wird
brandy sie wir ist ein solcher kandidat
weil es im laborversuch wirkung gezeigt
hat aber wie sind die erfahrungen im
klinischen alltag
am zweiten tag hatte schon das gefühl
dort ist weniger fieber deutlich weniger
hustenreiz
ich liebe es einfach auf der spur die
medikamente ohne es zu wissen
bestenfalls damit bei vielen hundert
menschen damit wir eben sehen können ob
dieses diese besserung die jetzt
eingetreten ist immer der fall ist oder
nur ein einzelfall war
zurück in nürnberg um zu wissen wie hoch
die konzentration der medikamente im
blut der patienten ist lassen das
nürnberger und das münchner klinikum
blutproben der patienten im labor
untersuchen
gemessen werden die konzentrationen im
plasma und im vollblut
dass der klinik vielleicht positive
effekte sieht und ich kann ihm dann
sagen ja bei der konzentration ist es
doch unwahrscheinlich vielleicht aber am
dritten oder vierten tag beispielsweise
erreichen wir diese schwelle wo wir auf
eine wirkung hoffen das ist ja das
spannende an dieser phase im moment dass
wir eine infektion behandeln müssen von
der wir relativ wenig wissen
rettungsdienstleiter christoph schröer
und notfallsanitäter maximilian bösel
sind im intensiv mobil des privaten
rettungsdienstes mkt unterwegs sie
werden gerufen wenn beatmete patienten
von einer intensivstation auf eine
andere verlegt werden müssen
[Musik]
die angst vor ansteckung ist ständiger
begleiter rund ein dutzend solcher
einsätze hatte der rettungsdienst in den
letzten zwei wochen von den rund 1000
mitarbeitern sind derzeit 20 in
quarantäne davon sieben bestätigte
corona fälle alle mitarbeiter nehmen an
einer studie teil in der die qualität
eines corona antikörper schnelltests
überprüft wird
meistens nicht kollegen deprimiert wenn
immer nur ein strich in dieser kontrolle
strich dieses ziel das wir jetzt bei mir
dass sie keinen infekt hatten und dass
sie nicht von ihm dagegen sind
[Musik]
telefonkonferenz im labor von professor
sörgel vergangenen donnerstag erste
erfahrungsberichte aus nürnberg und
leipzig zum einsatz von hydro
psychologin nach dem osterwochenende auf
der intensivstation in nürnberg die
stimmung ist schlecht wir haben
innerhalb von nicht 36 stunden fünf
patienten verloren jetzt über das letzte
wochenende und die stimmung im team ist
extrem gedrückt dadurch und die bilanz
des einsatzes von hydroxyl ho queen
klinisch nicht eindeutig wir sind im
augenblick sehr zurückhaltend geworden
was das die toxikologen anbelangt und
bereiten uns vor innerhalb sehr kurzer
zeit in eine prospektive studie zu gehen
denn was wir unbedingt brauchen ist eine
gewissheit was sind wirklich wirksame
medikamente und da kann auch sein dass
in dieser prospektiven studie heraus
kommt das ist nicht viel bringt aber
dann testen wir das nächste und diese
studien laufen weltweit und so müssen
wir insgesamt in der wissenschaftlichen
community vorankommen
am tropeninstitut der universitätsklinik
tübingen koordiniert professor peter
kremsner die deutschlandweit größte
studie zu hydrochlorid wien
bei unserem letzten besuch hat er erste
ergebnisse in zwei drei wochen
angekündigt
die zeit ist um was kann er jetzt sagen
wir sind leider noch nicht so weit dass
wir resultate präsentieren können
noch habe zu wenig patienten rekrutiert
um daten zu generieren wo wir deutlicher
ein effekt sehen das wollen wir in zwei
bis drei wochen jetzt schaffen
zurück am klinikum der technischen
universität münchen hier läuft die
studie zur mdc wir von der universität
chicago kam eine sehr positive meldung
zum einsatz des medikamentes gibt es
auch in münchen schon erste ergebnisse
im rahmen der klinischen studien sind
bei uns über 20 patienten hier mit randy
wie wir behandelt worden
aber zum erfolg können wir uns
naturgemäß in einzelfällen nicht äußern
denn genau darum geht es in klinische
studien herauszufinden bei der vielzahl
von patienten ob das arzneimittel
wirksam und verträglich ist aus chicago
wurden einzelne ergebnisse der
klinischen studien gelegt für den chef
der intensivstation im klinikum rechts
der isar ist das ein verstoß gegen
wissenschaftliche standards so sehr ich
verstehen kann dass man auch hoffnungen
und hoffnungen auf lebensrettung daran
knüpft müssen wir abwarten bis die
ergebnisse dieser studien da sind
deshalb machen wir die studien und wir
machen die studie nicht damit man in
einer kleinen untergruppe von viertel
oder ein fünftel der patienten ist toll
findet wir haben ja auch mdc wir gegeben
bei meinen patienten hat man den
eindruck hat sich verbessert beim
anderen hat man den eindruck hat nicht
so geholfen das sind keine wunder
medikamente das ist nicht so dass ein
patient es bekommt und dann auch sofort
gesund ist ernüchternde bilanz nach zwei
wochen recherchen auf intensivstationen
und in universitätskliniken heißt die
devise weiter auf ergebnisse warten und
keine falschen hoffnungen verbreiten
[Musik]

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